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China hat zum Jahreswechsel den Import von Abfall aus dem Ausland strikt eingedämmt. Nun sammelt sich der Müll bei Europas Recycling-Unternehmen
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China hat zum Jahreswechsel den Import von Abfall aus dem Ausland strikt eingedämmt. Nun sammelt sich der Müll bei Europas Recycling-Unternehmen.

Kapazitäten geraten an Grenzen

Aufgestaute Müllberge: Droht Europa ein Abfall-Chaos?

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Europas Recycling-Unternehmen sind einem großen Problem ausgesetzt. Die Kapazitäten geraten an ihre Grenzen. Das hat einen bestimmten Grund.

München - Dass die ganze Welt und damit auch die Menschheit ein ziemliches Problem mit stetig wachsenden Müllbergen hat, dürfte hinlänglich bekannt sein. Laut einem Bericht des Magazins Politico sieht sich nun auch die europäische Müllentsorgungs-Industrie mit den negativen Auswirkungen des Konsumverhaltens konfrontiert und ist quer über den Kontinent überlastet.

Überraschend kommt diese Entwicklung nicht: China hat zum Jahreswechsel den Import von Abfall aus dem Ausland strikt eingedämmt und eine Obergrenze festlegt. Dies führt dazu, dass Unmengen von Papier, Plastik, Textilien und anderem Unrat aus Europa nicht mehr ins Reich der Mitte und damit beiseite geschoben werden können. Die Folge: Hiesige Recycling-Unternehmen stoßen schon wenige Wochen nach Chinas Maßnahme an ihre Grenzen.

„Alle Sortierzentren sind verstopft, die Müll-Mengen überschreiten die vorgeschriebenen Sicherheitsmengen. Direkt nach Weihnachten hatten wir sehr viel Papierabfall und keine Möglichkeit, das zu exportieren. Alle europäischen Betriebe sind voll, gesättigt“, wird der Vorsitzende der französischen Recyclingvereinigung, Pascal Gennevieve, von Politico zitiert. Dem Bericht zufolge habe sich Europa gerne mit der Vorreiter-Rolle in Sachen Müllentsorgung gerühmt, in Wahrheit begründete dies hauptsächlich auf der Tatsache, dass ein großer Teil des Abfalls einfach in andere Länder - hauptsächlich China - exportiert wurde. 

Auch interessant: Mallorca sagt Plastikmüll den Kampf an

2016 wurden rund 20 Prozent von Europas Plastikmüll nach China verfrachtet

Im Jahr 2016 sei von Europa aus Plastikmüll mit einem Gesamtgewicht von rund 1,6 Millionen Tonnen nach China verschifft worden. Dies machte bei einem Gesamtvolumen von 8,4 Millionen Tonnen in diesem Jahr einen Anteil von immerhin etwa 20 Prozent aus.

Neben dem Problem der Luftverschmutzung in den Städten stellt auch der Müll für China mittlerweile ein großes Problem dar. Darum gibt es seit dem Jahreswechsel eine Importbeschränkung.

China hat mittlerweile jedoch die strenge Importbeschränkung eingeführt, weil das Volk selbst immer wohlhabender wird und damit einen immer größeren Müllverbrauch erzeugt. Dies ist auch in dem bevölkerungsreichsten Land der Erde längst zu einem großen Problem geworden. In Anbetracht der sich mehrenden Klagen über Umweltverschmutzung, was zu der enorm schlechten Luft in großen Städten hinzukommt, musste die Regierung in Peking die Reißleine ziehen.

Eine hochrangige Mitarbeiterin des Recycling-Unternehmens Suez kommt in dem Artikel ebenfalls zu Wort: „Wir nähern uns Mengen, die wir nicht mehr bewältigen können. Wir werden kurzfristig drastische Maßnahmen ergreifen müssen. Wir haben eine Krise, weil die bisherige Bedeutung Chinas im globalen Müllzyklus nicht überschätzt werden kann.“ 

Wie kann die Lösung für das Müllproblem aussehen? Anfang des Jahres 2018 stellte die EU-Kommission Pläne für eine Steuer auf Plastikprodukte der Öffentlichkeit vor. Ziel der Steuer müsse es sein, die großen Plastikmengen zu verringern, sagte EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger.

Oder kann das Problem noch auf eine andere Art gelöst werden? Eine Hobbyimkerin ärgerte sich über kleine Raupen in ihrem Bienenstock. Doch dann fiel ihr auf, dass die Tierchen Plastik fressen.

PF

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