Aufschwung geht an Bau und Handwerk vorbei

- München - Die Wirtschaft kommt in Schwung oder auch nicht. Während der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose auch für Deutschland hochgeschraubt hat, fassen Handwerk und Bauwirtschaft nicht Tritt.

Die Weltwirtschaft soll laut einer Schätzung des IWF in diesem Jahr so stark wachsen wie seit 25 Jahren nicht mehr: um 4,9 PRozent. Bereits im Frühjahr hatte die Wirtschaftsinstitution ihre Prognose für das globale Wachstum von 4,0 auf 4,6 Prozent angehoben. 2005 rechne der Fonds nach wie vor mit einem Zuwachs von 4,4 Prozent, hieß es. Leicht nach oben korrigiert haben die IWF-Ökonomen das diesjährige Wachstum für die Eurozone - und zwar von 1,7 Prozent auf 2,0 Prozent. Auch für Deutschland ist der IWF im laufenden Jahr etwas optimistischer als noch im Frühjahr: Er rechnet mit einem Plus von 1,8 Prozent; das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als bislang.<BR><BR>Das Bauhauptgewerbe in Deutschland befindet sich dagegen weiter auf Talfahrt: Die Auftragseingänge sind im Juni preisbereinigt erneut um 2,9 Prozent zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, nahm die Nachfrage im Hochbau um 1,3 Prozent ab, im Tiefbau verringerte sie sich um 4,4 Prozent.<BR>In den Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten des Hoch- und Tiefbaus waren Ende Juni 752 000 Personen tätig; das waren 81 000 weniger als vor einem Jahr (minus 9,8 Prozent). Der Gesamtumsatz belief sich im Berichtsmonat auf rund 7,4 Milliarden Euro (minus 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr).<BR><BR>Auch das bayerische Handwerk wartet weiter auf den Aufschwung: "Alles deutet darauf hin, dass das bayerische Handwerk auch im dritten Quartal auf der Stelle treten wird", sagte Handwerks-Präsident Heinrich Traublinger am Freitag in München. Hauptgrund sei die weiter schwache Binnennachfrage. Die Privathaushalte seien als Hauptabnehmer handwerklicher Dienstleistungen und Produkte zurückhaltend mit Aufträgen.<BR><BR>Höhere Umsätze im zweiten Quartal haben saisonale Gründe, sagte Traublinger. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei keine konjunkturelle Belebung festzustellen. Die Beschäftigtenzahl im Handwerk sank um ein Prozent auf 890 000.<BR>

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