Der Aufschwung kommt - aber wann?

- Essen - Trotz zuletzt positiver Konjunkturdaten rechnet das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) erst im Laufe des kommenden Jahres mit einer Erholung der deutschen Wirtschaft. In diesem Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt nach Einschätzung der Experten sogar um 0,2 Prozent schrumpfen. Der Wirtschaftsweise Jürgen Kromphardt hält unterdessen den Beginn eines wirtschaftlichen Aufschwung noch in diesem Jahr für möglich.

<P>In seinem neuesten Konjunkturbericht erklärte das RWI, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt noch bis in das erste Quartal 2004 hinein verschlechtern werde. Im Jahresdurchschnitt 2003 dürfte die Arbeitslosenquote in Deutschland bei 10,5 Prozent liegen und auch im nächsten Jahr voraussichtlich auf diesem Niveau verharren, hieß es weiter.</P><P>Gleichzeitig bescheinigten die RWI-Experten der Bundesregierung, dass ihre finanzpolitischen Planungen im Grundsatz "in die richtige Richtung" zielten. Durch das Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform erhielten konjunkturelle Erfordernisse einen höheren Stellenwert, die Finanzpolitik sei nicht mehr einseitig auf Konsolidierung ausgerichtet, hieß es im Konjunkturbericht. Auch die Lohnpolitik sei 2003 auf einen beschäftigungsorientierten Kurs zurückgekehrt.</P><P>Prognose der Regierung<BR>schwer zu erreichen</P><P>Unterdessen sagte der Wirtschaftsweise Kromphardt der "Berliner Zeitung", es mehrten sich "die Anzeichen für die Chance,<BR>dass es im Herbst mit der Konjunktur in Deutschland aufwärts geht." Das von der Bundesregierung prognostizierte Wirtschaftswachstum von 0,75 Prozent in diesem Jahr sei zwar schwer zu erreichen. "Wenn sich die Erwartungen des ifo-Geschäftsklimaindex in Produktions- und Investitionsentscheidungen niederschlagen, sind 0,75 Prozent Wachstum aber nicht ausgeschlossen," wurde der Experte zitiert.</P><P>Privater Verbrauch<BR>soll 2004 zulegen</P><P>Der Geschäftsklimaindex hatte sich zum dritten Mal in Folge verbessert. Dies gilt als Zeichen für einen Aufschwung. Allerdings wird es laut ifo vorerst nur langsam aufwärts gehen. Die Essener Wirtschaftsforscher erwarten, dass auch die Exporte bedingt durch eine verbesserte internationale Konjunktur sowie die nachlassende Wirkung der Euro-Aufwertung 2004 voraussichtlich ansteigen werden. Auch mit einer Kräftigung des privaten Verbrauchs im kommenden Jahr wird gerechnet. Die verfügbaren Einkommen würden sich dann durch die zweite und dritte Stufe der Einkommenssteuerreform erhöhen. </P><P>Auf der anderen Seite würden allerdings höhere Sozialabgaben und der Abbau von Steuervergünstigungen den privaten Verbrauch belasten. Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Schätzung der RWI-Experten im Durchschnitt im kommenden Jahr um rund 1,8 Prozent steigen.<BR></P>

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