Der Aufschwung ist noch nicht gesichert

- München - Einen Schluss-Satz wollte Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu noch loswerden. "Nicht dass ich falsch verstanden werde", sagte er. "Ich bin durchaus der Meinung, dass es aufwärts gehen kann - wenn keine Fehler gemacht werden."

<P>Diese Klarstellung war nötig, nachdem Wiesheu erst von einem kümmerlichen bayerischen Wirtschaftswachstum für das vergangene Jahr berichtet und dann den für heuer erwarteten Aufschwung in Frage gestellt hatte. "Es gibt Indizien, dass es dieses Jahr mehr Wachstum geben kann, aber das ist nicht gesichert", hatte Wiesheu erklärt.<BR><BR>Um 0,1 Prozent wuchs Bayerns Wirtschaft 2003. Damit lag der Freistaat zusammen mit Rheinland-Pfalz auf Platz Fünf im deutschen Länder-Vergleich. Nominal wurden Waren und Dienstleistungen im Wert von 370 Milliarden Euro in Bayern erbracht - so viel wie nie zuvor, aber weniger als möglich wäre, meinte Wiesheu, der als Ursache die "widersprüchliche Wirtschaftspolitik des Bundes" ausmachte.<BR><BR>Wenigstens kann sich Bayern auf seine Kunden im Ausland verlassen. Von Januar bis Oktober stiegen die Exporte um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Über das gesamte Jahr betrug das Exportvolumen voraussichtlich erstmals mehr als 100 Milliarden Euro. Wichtigster Abnehmer sind die USA. Wegen des starken Euro nahmen die Ausfuhren dorthin in den ersten zehn Monaten aber um 6,5 Prozent ab.</P><P> Einen Absatzsprung um rund 64 Prozent gab es in China. Mit Exporten von 3,3 Milliarden Euro ist das Land der wichtigste Handelspartner in Fernost. "Die Automobilbranche hat massiv an Bedeutung gewonnen", sagte Wiesheu. "Die Außenwirtschaft hängt zunehmend von der Power von BMW, Audi und MAN ab."<BR><BR>Die Binnenwirtschaft hängt von der Kaufkraft der Menschen und der Investitionsbereitschaft der Unternehmen in Deutschland ab. Beide ließen jegliche Power vermissen. Das soll sich heuer ändern. Voraussetzung: keine Fehler. Und damit meint Wiesheu: "Kaufkraft wird nicht durch höhere Lohnabschlüsse geschaffen, sondern durch mehr Arbeitsplätze und weniger Steuer-Belastung."<BR></P>

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