Aufschwung oder nur ein Strohfeuer?

- Hamburg - Nach Ansicht von Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die deutsche Wirtschaft die konjunkturelle Talsohle durchschritten. Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" begründete der Kanzler seine Einschätzung mit den Daten und Prognosen zahlreicher Wirtschaftsforschungsinstitute. Jetzt komme es darauf an, "noch in diesem Jahr die von der Bundesregierung beschlossenen wichtigen politischen Strukturmaßnahmen und das Vorziehen der Steuerentlastung für Bürger und Unternehmen endgültig auf den Weg zu bringen", sagte der Kanzler.

Nach einer vom "Spiegel" in Auftrag gegebenen Infratest-Umfrage glauben 36 % der Bundesbürger, dass es Deutschland in einem Jahr wirtschaftlich wieder besser gehen wird als heute. 33 % rechnen dagegen mit einer Verschlechterung. In den vorangegangenen Monaten hatte die Zahl der Pessimisten bei entsprechenden Umfragen stets deutlich über der der Optimisten gelegen. <BR><BR>Auch zahlreiche Experten sind verhalten zuversichtlich, dass es wieder aufwärts geht. Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sagte: "Alle Zeichen sprechen für einen Aufschwung zum Jahresende." Holger Schmieding, er ist der Europa-Chefvolkswirt der Bank of America, erklärte, alles deute darauf hin, dass es im Herbst ein "mildes Wachstum" geben werde. "Die Aufwärtsentwicklung kommt schon im September", prognostizierte der Chefvolkswirt der HypoVereinsbank in München, Martin Hüfner.<BR><BR>Allerdings warnten die Ökonomen davor, die Frühindikatoren als sichere Anzeichen für einen lang anhaltenden Aufschwung zu interpretieren. "Die jetzigen Indikatoren deuten lediglich auf eine Erholung im dritten und vierten Quartal dieses Jahres hin", sagte Hüfner. Im Laufe des nächsten Jahres werde das wieder abflachen.<BR>

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