Aufschwung in Sicht: Elektro- und Autobranche wieder optimistisch

- Berlin - Die Anzeichen für einen Aufschwung verdichten sich. Nachdem bereits im Vorfeld der Berliner Funkausstellung überwiegend optimistische Einschätzungen zu hören waren, zeigt sich eine ähnliche Entwicklung auch für die am 11. September beginnende Frankfurter Auto-Leitmesse IAA. Verbandspräsident Bernd Gottschalk erwartet Impulse durch 60 Weltpremieren, darunter VW Golf und Opel Astra.

<P>Die Sparsamkeit der vergangenen Jahre muss seiner Einschätzung nach zu einer Belebung führen: Der deutsche Fahrzeugbestand sei "im Durchschnitt mittlerweile so alt, dass eine Erneuerung immer notwendiger wird", sagte er der "Automobilwoche". Allerdings wird die Branche heuer davon noch kaum profitieren. Erst für 2004 erwartet Gottschalk höhere Absatzzahlen. 2003 sollen wenigstens die erhofften Zulassungszahlen von 3,25 Millionen Pkw erreicht werden.<BR><BR>Unterdessen hat sich die Stimmung in der deutschen Industrie insgesamt verbessert. Die Unternehmen schätzen die aktuelle Geschäftslage weniger negativ ein. Für die nächste Zukunft seien sie inzwischen sogar recht zuversichtlich, teilte das Ifo-Institut in seinem jüngsten Konjunkturtest mit.<BR><BR>Für die nächsten drei Monate rechne die Industrie mit Wachstumsimpulsen vor allem aus dem Ausland. Chemieindustrie und Elektrotechnik sind besonders optimistisch, im Maschinenbau sei der Abwärtstrend zum Stillstand gekommen. Zumindest im Westen werde der Stellenabbau gebremst, im Osten allerdings etwas beschleunigt. <BR><BR>An den 100 größten Unternehmen in den neuen Ländern kann das nicht liegen. Diese haben nämlich in der Flaute deutlich zugelegt. Um 10,2 Prozent konnten sie nach Zahlen des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle ihren Umsatz steigern. Die Beschäftigtenzahl der Top 100 stieg von 194 000 auf 201 064. Am erfolgreichsten im Osten war die Rotkäppchen-Sektkellerei die - auch durch Übernahmen - ihren Umsatz um 117 Prozent erhöhte.<BR><BR>Am Wochenende zeigte ein starker Besucherandrang, dass die optimistischen Töne im Vorfeld der Internationalen Funkausstellung nicht übertrieben waren. An den ersten beiden Messetagen wurde die erwartete durchschnittliche Besucherzahl von 42 000 deutlich übertroffen.<BR><BR>Selbst die Möbelindustrie - seit Jahren in der Dauerkrise - meldet eine erfreuliche Entwicklung. Die Exporte seien um 3,3 % gestiegen, sagte Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des entsprechenden Verbandes.<BR><BR>Dagegen malt eine andere krisengeschüttelte Branche die Zukunft tiefschwarz: Die Bauindustrie rechnet mit massiver Produktionsverlagerung ins Ausland. "Wir müssen uns auf den Verlust von weiteren 70 000 Arbeitsplätzen einstellen, sagte ihr Verbandspräsident Ignaz Walter. Allein in diesem Jahr sei mit einem Einbruch der Umsätze um 6 Prozent zu rechnen. Damit liege die Bauwirtschaft etwa um ein Drittel unter dem Wert von 1995.</P>

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