+
Die Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt.

"Rückkehr zu den Wurzeln"

Achleitner: Trennung richtige Strategie für Deutsche Bank

Frankfurt/Main - Ohne Postbank und mit weniger Filialen will die Deutsche Bank Milliarden sparen. Trotzdem soll der Konzern eine der führenden Banken der Welt bleiben. Bei manchen Investoren kam der neue Kurs nicht gut an.

Die Schrumpfkur der Deutschen Bank ist nach Einschätzung von Aufsichtsratschef Paul Achleitner der richtige Weg zurück zu alter Stärke. „Ob eine Strategie gut ist oder nicht, können Sie nicht an kurzfristigen Reaktionen des Aktienmarkts festmachen. Mit der Weichenstellung kehrt die Deutsche Bank zu ihren Wurzeln zurück, das ist wahrlich kein trivialer Weg“, sagte Achleitner der „Wirtschaftswoche“ (Freitag).

Deutschlands größtes Geldhaus will sich von der Tochter Postbank trennen und bis 2017 gut jede vierte eigene Filiale in ihrem Heimatmarkt schließen. Auch das Kapitalmarktgeschäft soll eingedampft werden. Am Tag der Bekanntgabe der Details der neuen Strategie Ende April hatte die Deutsche-Bank-Aktie kräftig an Wert verloren. Bei der Hauptversammlung in der nächsten Woche (21.5.) wollen etliche Aktionäre einige kritische Fragen stellen.

Die Trennung von der Postbank lockere nicht die deutschen Wurzeln des Instituts, sagte Achleitner: „Wir bekräftigen unseren Anspruch, eine in Deutschland stark verankerte Bank zu sein.“ Das Privatkundengeschäft bleibe auch künftig ein wichtiger Bestandteil.

Auf die Frage, ob die beiden Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen unersetzbar seien, antwortete Achleitner: „Wer ist das schon? Es geht um die Zukunft der Institution Deutsche Bank, nicht um die von Individuen.“

Fitschen steht derzeit wegen versuchten Prozessbetrugs im Kirch-Verfahren in München vor Gericht. „Wir beobachten und beurteilen den Fortgang des Verfahrens genau. Das tun wir ganz nüchtern, ohne Rücksicht auf persönliche Wünsche und Sympathien“, sagte der Aufsichtsratschef dazu. „Natürlich würden wir uns freuen, wenn am Ende ein Freispruch steht.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erwärmung der Ostsee könnte Heringsfischer hart treffen
Der Hering gehört zu den beliebtesten Speisefischen hierzulande. Doch Wissenschaftler warnen: Die Bestände in der Ostsee könnten wegen der Wassererwärmung drastisch …
Erwärmung der Ostsee könnte Heringsfischer hart treffen
Italien hebt Wirtschaftsprognosen an
Rom (dpa) - Italien hat seine Prognosen für die Wirtschaftsleistung in diesem und im kommenden Jahr angehoben. "Wir haben höhere und solidere Wachstumszahlen als …
Italien hebt Wirtschaftsprognosen an
Nach May-Rede: Moody's stuft Kreditwürdigkeit Großbritanniens ab
Kurz nach der Rede der britischen Premierministerin Theresa May hatte die US-Ratingagentur Moody's ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit Großbritanniens bereits nach …
Nach May-Rede: Moody's stuft Kreditwürdigkeit Großbritanniens ab
Autoindustrie kann Diesel-Updates steuerlich absetzen
Berlin (dpa) - Die deutsche Autoindustrie kann die Kosten für die Software-Updates bei Millionen Dieselautos steuerlich absetzen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" …
Autoindustrie kann Diesel-Updates steuerlich absetzen

Kommentare