Aufsplittung der Gewerkschaften ist Gift

München - ifo-Präsident Hans-Werner Sinn fürchtet, dass der Kurs der Lokführergewerkschaft GDL negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft hat. "Die strukturellen Effekte können verheerend sein", sagte er am Donnerstag in München.

Wenn sich einzelne Berufsstände in eigenen Gewerkschaften organisieren, trete jede Gruppierung aggressiver auf als eine Großgewerkschaft. "Wenn jede Berufsgruppe sich eine eigene Gewerkschaft zulegt, dann gute Nacht Deutschland." Eine Einheitsgewerkschaft gestalte Verhandlungen mit den Arbeitgebern "geordneter", sagte Sinn.

Sollten sich weitere Berufsgruppen selbst gewerkschaftlich organisieren, sei dies "absolutes Gift". Als Beispiel nannte er die Tarifpolitik in England in den sechziger und siebziger Jahren. Etliche unterschiedliche Tarifverträge hätten das Einkommen der Menschen verringert "und die Wirtschaft kaputtgemacht". Die in der GDL organisierten Lokführer fordern von der Deutschen Bahn einen eigenen Tarifvertrag und untermauerten ihre Forderung am Donnerstag erneut mit einem bundesweiten Streik. (dpa)

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