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Nicht nur auf dem Rollfeld, auch bei den Aufträgen hat Boeing dieses Jahr die Nase vorn.

Bei Aufträgen vorne: Boeing läuft Airbus Rang ab

Toulouse/Chicago - Im Duell um neue Flugzeugaufträge läuft der US-Konzern Boeing seinem europäischen Rivalen Airbus in diesem Jahr bislang den Rang ab.

In den ersten neun Monaten sammelte Boeing Bestellungen für mehr als doppelt so viele Maschinen ein wie die EADS-Tochter aus Toulouse, die im Vorjahr einen Auftragsrekord gefeiert hatte. In der Produktion liegen beide Unternehmen in etwa gleichauf. Dabei bekam Airbus die Flügelprobleme seines Flaggschiffs A380 weiterhin zu spüren: Die Produktion ist gebremst, Neubestellungen blieben im Sommerquartal aus.

Nach den ersten neun Monaten hat Airbus erst 17 der für das Gesamtjahr geplanten 30 Exemplare des weltgrößten Passagierfliegers ausgeliefert, wie das Unternehmen am Freitag in Toulouse mitteilte. Von den angepeilten 30 Neubestellungen ist Airbus noch weit entfernt. Seit Januar ging nur ein einziger Auftrag über vier A380 ein.

Auch über alle Flugzeugtypen hinweg kam Airbus bei Aufträgen und Auslieferungen nicht so weit, wie es gemessen an den Jahreszielen nach neun Monaten der Fall sein müsste. Von der geplanten Produktion von 580 Flugzeugen waren zum Ende des dritten Quartals erst 405 ausgeliefert. Von den angekündigten 600 bis 650 Bestellungen hat Airbus erst 437 erreicht. Weil Kunden außerdem Aufträge zurückzogen, blieben netto Bestellungen für 382 Maschinen übrig.

Konkurrent Boeing kam im gleichen Zeitraum auf 436 ausgelieferte Verkehrsflugzeuge, ebenfalls noch deutlich unter dem Jahresziel von 585 bis 600 Maschinen. Die Zahl der Neubestellungen belief sich bis Anfang Oktober auf 962 Jets. Nach Abzug von Stornierungen blieben noch Aufträge für 879 Maschinen. Im Gesamtjahr 2011 hatte Airbus mit Rekordaufträgen von netto 1419 Flugzeugen Boeings Bestellungen von 805 Maschinen noch weit hinter sich gelassen. Dass Boeing nun aufholt, war der Airbus-Spitze schon Anfang des Jahres klar gewesen.

Dabei sind die Werke der Flugzeugbauer auf Jahre hinaus ausgelastet. So hat Airbus für die spritsparende Neuauflage des Mittelstreckenfliegers A320, die A320neo, seit Anfang vergangenen Jahres rund 1500 Bestellungen eingesammelt. Das entspricht der Produktion von rund drei Jahren für diese Flugzeug-Familie. Boeing versucht nun mit seinem Konkurrenzmodell, der ebenfalls auf Sparsamkeit getrimmten 737-MAX, einen ähnlichen Erfolg zu erreichen.

Der doppelstöckige Airbus A380 hatte Anfang des Jahres einen Imageschaden erlitten, weil Haarrisse im Inneren der Tragflächen aufwendige Reparaturen an allen bisher ausgelieferten Maschinen nach sich zogen. Die Probleme warfen bereits im ersten Halbjahr die Produktion zurück. Auch Neubestellungen blieben seitdem rar.

dpa

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