Auftragsboom im Maschinenbau ungebrochen

Frankfurt/Main - Die deutschen Maschinenbauer können mit ihrem Qualitätssiegel "Made in Germany" weiter auftrumpfen. Im Juli gingen preisbereinigt 15 Prozent mehr Bestellungen ein als im bereits starken Vorjahresmonat, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte.

Damit steuert die mittelständisch geprägte und stark vom Export abhängige Branche auf das vierte Wachstumsjahr in Folge zu. Die Inlandsnachfrage stieg im Juli um 12 Prozent, aus dem Ausland kamen sogar 16 Prozent mehr Bestellungen. "Die jüngsten Ergebnisse lassen weiterhin kein Erlahmen der Wachstumskräfte erkennen", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers laut einer Mitteilung. Dank der guten Geschäfte will die Branche mit 885 000 Beschäftigten in diesem Jahr 20 000 neue Stellen schaffen.

Die Zahlen sind laut VDMA bemerkenswert, weil im Vorjahresmonat 2006 eine außergewöhnlich hohe Zahl an Großaufträgen registriert worden war. Besonders stark war die Nachfrage aus dem Euro-Raum. "Das ist besonders erfreulich, denn fast jede dritte Exportmaschine geht in die Euro-Nachbarländer", sagte Wiechers.

Auch in dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Mai bis Juli 2007 zeigen die Zeichen auf weiteres Wachstum. Hier legten die Aufträge im Jahresvergleich um 18 Prozent zu. Im ersten Halbjahr insgesamt hatten die Firmen nach früheren Angaben bereits preisbereinigt 19 Prozent mehr Aufträge als im Vorjahreszeitraum erhalten. Der Umsatz könnte nach Einschätzung des VDMA 2007 einen Rekord von 180 Milliarden Euro erreichen.

Unter den einzelnen Sektoren konnten in den vergangenen drei Monaten erneut besonders Maschinen für die Stahlproduktion und für die Logistik zulegen. Aber auch Maschinen für die Kunststofferzeugung und der Bereich Robotik und Automation konnten jetzt kräftig wachsen. "Der Aufschwung wird noch ein Stückchen breiter", sagte Wiechers der dpa. Unter den weltweiten Regionen gab es im ersten Halbjahr große Export-Zuwächse in Europa, innerhalb Asiens lag China vorne.

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