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Die deutschen Maschinenbauer hoffen auf einen Aufschwung.

Auftragsflaute im Maschinenbau hält an

Frankfurt/Main - Auch wenn Inlandskunden wieder mehr bestellen: Die schrumpfende Nachfrage aus Schwellenländern wie Russland oder Brasilien bremst das Geschäft der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer.

Das schwache Auslandsgeschäft verhagelt den deutschen Maschinenbauern den ersehnten Aufschwung. Besonders in Schwellenländern wie Russland oder Brasilien bestellen die Kunden weniger Maschinen und Anlagen „Made in Germany“. Insgesamt gingen bei den Unternehmen der Schlüsselindustrie im Mai real zwei Prozent weniger Aufträge ein als vor einem Jahr, wie der Branchenverband VDMA am Dienstag in Frankfurt mitteilte. „Leider können wir für den Maschinen- und Anlagenbau noch keine Entwarnung aussprechen“, betonte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Zwar zogen die Bestellungen aus dem Inland mit plus fünf Prozent erneut an. Weniger erfreulich verlief das Auslandsgeschäft, das das Vorjahresniveau um vier Prozent verfehlte. „Die Maschinenbaukonjunktur krankt aktuell eindeutig an der Auslandsnachfrage“, sagte Wiechers. Weil das Ausland drei Viertel des Geschäftsvolumens ausmache, reiche es insgesamt nicht für ein Plus.

Vor allem das Geschäft außerhalb der Eurozone lief schlecht. „Offensichtlich halten die Belastungen in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern weiter an.“ Nach den teilweise kräftigen Zuwachsraten in den vergangenen Jahren verzeichnet die mittelständisch geprägte deutsche Vorzeigebranche aktuell hohe Rückgänge bei Ordereingängen aus Ländern wie Brasilien, Russland und Indien. „Dadurch, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer mittlerweile 43 Prozent unserer Exporte abnehmen - das sind zehn Prozentpunkte mehr als noch vor zehn Jahren - wirkt sich das natürlich insgesamt auf die Branche negativ aus“, betonte der Chefvolkswirt des Verbands.

Weniger Sorgen bereiten der Branche die Euro-Nachbarländer. Zwar werde das Vorjahresniveau noch nicht wieder erreicht. „Aber der Trend ist positiv. Europa hat die Rezession hinter sich gelassen“, sagte Wiechers.

Hoffnung macht zudem das anziehende Inlandsgeschäft. Nach dem erfreulich kräftigen Plus vom April setzten die Inlandsorders ihren Wachstumskurs im Mai fort, erklärte Wiechers: „Auch wenn hier nicht die Bäume in den Himmel wachsen und noch einiges in der Pipeline sein dürfte.“ Denn das Plus bei Bestellungen und Umsatz von je vier Prozent schließe sich an zwei Jahre sehr geringer Ausrüstungsinvestitionen in Deutschland an: „Das heißt, wir brauchen diesen Impuls für die Modernisierung. Eine zyklische Belebung im Inland ist mehr als überfällig.“

Auch in dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich März bis Mai 2014 verhindert die Nachfrage aus Deutschland einen herberen Einbruch. Insgesamt sank der Bestelleingang im Vorjahresvergleich um drei Prozent. Dabei lagen die Inlandsaufträge bei plus neun Prozent, die Auslandsaufträge hingegen bei minus acht Prozent.

dpa

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