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Gymnastik mit leeren Trageln: Getränkemarkt-Besitzer Hermann Glashauser aus Laim hebt Augustiner-Träger in die Höhe.

Getränkemärkte sitzen auf dem Trockenen

Durststrecke für Augustiner und Tegernseer: Bier wird knapp!

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Sommerzeit ist in München auch die Zeit für Bier. Das bringt selbst die großen Brauereien wie Augustiner oder Tegernseer ans Limit. 

Hermann Glashauser, Besitzer des „Getränke Express Laim“, sitzt seit Mittwochnachmittag auf dem Trockenen – zumindest was das Bier einer bestimmten Münchner Brauerei betrifft. Um kurz nach vier hat der 49-Jährige sein letztes Augustiner-Bier verkauft. „Und das Tegernseer wird auch langsam knapp“, sagt er. Wann der Ladenbesitzer wieder mit Nachschub rechnen kann, ist fraglich. Denn: Angeblich kommen die beiden Traditionsbrauereien momentan nicht mehr mit dem Nachfüllen hinterher.

Vergangene Woche hatte Glashauser 90 Tragl bei der Augustiner Brauerei bestellt, aber nur die Hälfte bekommen. Von seiner aktuellen Bestellung – 45 Tragl und zwei Fässer – kam überhaupt nichts an. Doch Glashauser nimmt’s gelassen. Schließlich sei er derartige Engpässe bereits gewöhnt. „Vor etwa zwei Jahren konnten die Brauereien fünf Wochen lang überhaupt nichts liefern“, erzählt er. „Dieses Mal ist die Durststrecke aber hoffentlich von kürzerer Dauer.“

Hat eine Lücke beim Tegernseer: Werner Strobl von der Fristo-Filiale an der Heidemannstraße.

Gleiches hofft auch Werner Strobl (45) vom Fristo-Getränkemarkt an der Heidemannstraße in Freimann. Dort wird schön langsam das Tegernseer knapp. „Und in den anderen Märkten schaut’s nicht anders aus“, weiß Strobl. Auch Christoph Cornelius (20) aus der Fristo-Filiale an der Lerchenauer Straße in Milbertshofen steht vor größeren Lücken in seinen Regalen. Vor allem das Tegernseer komme seit etwa acht Wochen „sehr unregelmäßig“. Glashauser vermutet, dass den Brauereien die Kapazitäten fehlen, um den erhöhten Bedarf bei schönstem Wetter zu Beginn der Sommerferien zu decken. Was auch damit zu tun haben mag, d ass das Tegernseer Bier schon längst von Kultbier zum Kassenschlager in ganz Deutschland geworden ist.

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Für Augustiner sind die Engpässe nichts Neues

Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, sind für Augustiner punktuelle Engpässe an heißen Sommertagen nichts Neues. Auch in den vergangenen Jahren kam die Traditionsbrauerei ab und zu mit der Auslieferung nicht mehr nach. Die Nachfrage sei an heißen Tagen eben deutlich größer, heißt es aus informierten Kreisen. Man halte dennoch an der Qualität des Bieres fest und lagere es so lange wie notwendig ein. Erfahrungsgemäß werde die Lage im August besser. Das Brauhaus am Tegernsee war für eine Stellungnahme bis Redaktionsschluss nicht mehr zu erreichen, Augustiner wollte sich nicht äußern.

„Engpässe zeigen doch nur, wie viel Zeit und Qualität in den Produkten steckt.“

Frank-Ulrich John (48) vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband bewertet die Durststrecke dafür allerdings sehr positiv: „Solche Engpässe zeigen doch nur, wie viel Zeit und Qualität in den Produkten steckt.“

Damit Hermann Glashauser den Engpass in seinem Getränkemarkt überbrücken kann, hat ihm ein Zwischenhändler mit ein paar Tragln ausgeholfen. „Am Dienstag bekommen wir hoffentlich wieder Nachschub – und wenn nicht, dann müssen die Leute eben mal mit anderen Sorten vorliebnehmen.“ Ein Prosit der Gelassenheit!

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