Ausbildungsbeginn: Worauf künftige Lehrlinge achten sollten

- Im September beginnt das neue Ausbildungsjahr. 10 000 Lehrlinge treten jedes Jahr in München und Oberbayern ihre Lehrstelle an, doch bisher wurden nach Aussage der Handwerkskammer für München und Oberbayern nur 3886 Lehrverträge abgeschlossen - die meisten Azubis haben diesen Schritt also noch vor sich.

Wichtige Bestandteile

Vor dem ersten, mit Spannung erwarteten Arbeitstag gibt es also noch Hürden zu meistern, vor allem beim Abschluss des Arbeitsvertrages sollten angehende Azubis darauf achten, dass alle wesentlichen Vereinbarungen auch im Vertrag festgehalten sind. "Diese Bestandteile muss der Vertrag auf alle Fälle enthalten: Beginn und Dauer der Ausbildung, der zu erlernende Beruf, Ausbildungsort, wöchentliche Arbeitszeit, Urlaubsanspruch, Dauer der Probezeit sowie die Höhe der Vergütung", sagt Peter Müller, Jugendbildungsreferent bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

Ausbildungsort wichtig

Die Erwähnung des Ausbildungsortes sei deshalb wichtig, weil manche Betriebe nicht alle Ausbildungsinhalte vor Ort vermitteln können und der Azubi in manchen Fällen Teile der Ausbildung woanders ableisten muss. "Außerdem bietet die Erwähnung des Ausbildungsortes auch einen gewissen Schutz für den Azubi, sonst könnte er etwa bei großen Handelsketten als Springer in verschiedenen Filialen eingesetzt werden." Bei der Dauer der Probezeit bestehe oftmals Verhandlungsspielraum, so der Verdi-Experte. "Das Gesetz schreibt maximal vier Monate Probezeit vor, aber auch weniger sind möglich." Wichtig sei auch, dass der Ausbildungsrahmenplan als Anlage dem Arbeitsvertrag beigefügt wird. So werden Ausbildungsinhalte und -zeiten verbindlich festgelegt.

Aufpassen beim Gehalt

Aufpassen müssen angehende Azubis auch beim Gehalt. Oftmals ist per Tarifvertrag geregelt, was die Lehrlinge bekommen - oftmals aber auch nicht. Eine gesetzliche Regelung zur Vergütung gibt es laut Müller nicht. Als Orientierung, wieviel Gehalt man verlangen darf, kann die durchschnittliche monatliche Ausbildungsvergütung herangezogen werden (siehe Kasten). Auch die jeweiligen Kammern geben oftmals Empfehlungen heraus, was ein Azubi verdienen soll. "Eine Unterschreitung der Empfehlung um 20 Prozent wird noch toleriert, es gibt aber auch schwarze Schafe, die noch weniger zahlen", weiß Müller aus Erfahrung.

Kürzung unzulässig

Angst vor Gehaltskürzungen als Strafmaßnahme müssen Azubis übrigens nicht haben. "Da kann man sich immer auf den Vertrag berufen", sagt Müller. Möglich sei jedoch, dass der Arbeitgeber bei grober Fahrlässigkeit vom Azubi Ersatz für den entstandenen Schaden fordern kann.

Wehren können sich Lehrlinge auch, wenn sie ausbildungsfremde Arbeiten verrichten sollen. "Grundsätzlich muss der Lehrling den Weisungen des Ausbilders Folge leisten", erklärt Müller, "aber der Ausbilder darf nur Weisungen geben, die der Ausbildung dienen." Will der Chef, dass sein Auto geputzt wird, darf sich der Lehrling weigern. In diesem Fall würde sich dieser zwar einer Weisung widersetzen, weil Auto putzen aber nicht zur Ausbildung gehört, wäre das eine "begründete Pflichtverletzung".

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