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Wenn junge Leute das erste eigene Geld verdienen – zum Beispiel als Friseur – , sollten sie auch damit beginnen, sich mit Finanzthemen und Versicherungen zu beschäftigen.

Gehalt, Steuer, Versicherung und Co.

Start in die Ausbildung: Das sollte man unbedingt wissen

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Am Freitag fällt für gut eine halbe Million junge Menschen in Deutschland der Startschuss ins Berufsleben. Das Ausbildungsjahr beginnt. Wir erklären, was Lehrlinge in puncto Finanzen und Versicherungen wissen sollten.

Rein rechnerisch hatten junge Leute in diesem Jahr die Qual der Berufswahl. Auf 100 Bewerber kamen in Bayern 180 freie Ausbildungsplätze. Wer einen Ausbildungsvertrag unterzeichnet hat, startet im Regelfall heute mit der Ausbildung. Wir geben Tipps, damit der Start ins Berufsleben reibungslos gelingt.

Gehalt

Im Schnitt 854 Euro pro Monat hat ein Auszubildender in Deutschland im vergangenen Jahr verdient. Das ergab eine Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Um Monat für Monat die Ausbildungsvergütung zu bekommen, brauchen Auszubildende ein Konto.

-Girokonto: Wer noch kein eigenes Girokonto hat, muss nun eine Bank und ein Kontomodell wählen. Viele Banken bieten kostenlose Konten für Auszubildende. Gebührenfreie Girokonten auch für die Zeit nach der Ausbildung gibt es etwa bei DKB, ING-Diba, Comdirect oder Consorsbank. Aber auch bei einigen regionalen Instituten wie der Sparda Bank München. Bei der Wahl sollte man aber nicht nur die Kosten berücksichtigen. Auch etwa die Zahl der Geldautomaten, an denen man kostenlos Bargeld ziehen kann, spielt eine Rolle.

-Vermögenswirksame Leistungen: Zusätzlich zum Gehalt gibt es vom Chef ein Geldpräsent – und das Monat für Monat. Auch Auszubildende haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen. In vielen Fällen beteiligt sich der Ausbildungsbetrieb oder zahlt sogar die maximal möglichen 40 Euro im Monat. Angelegt werden kann das zusätzliche Geld zum Beispiel im Rahmen eines Fondssparplans.

-Beihilfe:Auszubildende, die finanzielle Unterstützung brauchen, bekommen sie in Form der Berufsausbildungsbeihilfe – kurz BAB. Mehrere hundert Euro Zuschuss im Monat sind möglich. Wer Anspruch hat, verrät ein Online-Rechner der Bundesagentur für Arbeit unter www.babrechner.arbeitsagentur.de. Dabei spielt auch – wie beim Bafög – das Einkommen der Eltern eine Rolle.

Versicherungen

Mit dem Ausbildungsstart sollte man auch den Versicherungsschutz an die neue Situation anpassen. Einige Policen sind nach der Schulzeit wichtig, andere wie etwa eine Hausratversicherung zunächst verzichtbar.

-Krankenversicherung: Auszubildende sind in der Regel in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder sie bleiben in der Krankenversicherung, in der sie bereits über ihre Eltern versichert sind. Oder sie wählen selbst eine andere gesetzliche Krankenversicherung aus – und zwar innerhalb von 14 Tagen nach Ausbildungsbeginn. Bei der Wahl sollten Leistungen und Kosten berücksichtigt werden. Die Stiftung Warentest bietet unter www.test.de einen Krankenkassenvergleich (3,50 Euro für alle in Bayern verfügbaren Kassen). Wer bereits privat versichert ist und das auch bleiben möchte, muss die Police laut Verbraucherzentrale beitragspflichtig fortführen.

Wer gerne verreist, sollte bedenken: Für Auslandsaufenthalte ist grundsätzlich eine Auslandsreisekrankenversicherung wichtig. Und zwar nicht nur außerhalb der EU. Denn auch bei Reisen in Länder, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, wird ein notwendiger Rücktransport von der Krankenkasse nicht bezahlt. Dadurch können hohe Kosten entstehen.

-Berufsunfähigkeit: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen, ist zum Ausbildungsstart sinnvoll. Denn eine entsprechende Rente gibt es im Ernstfall nur, wenn Betroffene mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Wer vorher berufsunfähig wird, bekommt vom Staat kein Geld und sollte daher privat vorsorgen. Außerdem profitieren Azubis beim Abschluss einer BU-Versicherung davon, dass sie noch jung und gesund sind. Die Folge sind vergleichsweise günstige Tarife. Nach Angaben der Verbraucherzentrale sollten Azubis außerdem eine sogenannte Nachversicherungsgarantie vereinbaren. Steigt das Einkommen, lässt sich der Versicherungsschutz damit unkompliziert und ohne erneute Gesundheitsprüfung aufstocken.

-Haftpflicht:Auch eine Haftpflichtversicherung ist für Auszubildende wichtig: Sie springt ein, wenn Versicherte einen Schaden verursacht haben. Auszubildende brauchen aber nicht in jedem Fall eine eigene Versicherung abschließen, erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Denn häufig sind sie über die Eltern mitversichert. Die Voraussetzungen: Die Eltern haben eine Haftpflichtversicherung, die Kinder einschließt, es ist die erste Berufsausbildung, und der Auszubildende ist nicht verheiratet. Wenn die Ausbildung beendet ist, brauchen die Kinder eine eigene Police. Viele Anbieter haben eine Altersgrenze bei 25 Jahren.

Steuer

Mit dem Start ins Berufsleben kommen auf Auszubildende auch die erste Lohnabrechnung und möglicherweise die erste Steuererklärung zu. Für Azubis und deren Eltern gilt es ein paar Dinge zu beachten, um ohne Probleme durchs Steuerjahr zu kommen. Auszubildende müssen ihrem Ausbildungsbetrieb ihre Steueridentifikationsnummer, das Geburtsdatum und die Religionszugehörigkeit mitteilen. Die Angaben sind nötig, damit der Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug korrekt vornehmen kann, denn auch die Ausbildungsvergütung unterliegt der Steuerpflicht. Wer seine Steuer-ID, die automatisch per Post zugestellt wird, nicht mehr zur Hand hat, sollte sich an das Bundeszentralamt für Steuern wenden. Die elfstellige Nummer gilt ein Leben lang.

-Lohnsteuer:Ob Azubis tatsächlich Lohnsteuer zahlen müssen, hängt vom Einzelfall ab. Da die meisten ledig sind und keine Kinder haben, werden sie in die Steuerklasse I eingeordnet. „In der Regel fallen dort erst für Vergütungen von rund 1000 Euro im Monat Lohnsteuern an“, informiert der Bund der Steuerzahler. Wer Steuern zahle, könne sich diese gegebenenfalls über die Einkommensteuererklärung erstatten lassen. Der Bund der Steuerzahler rät Lehrlingen deshalb, von Beginn an Belege und Quittungen zu sammeln, die mit der Ausbildung in Verbindung stehen – zum Beispiel Rechnungen für Fachliteratur oder Berufskleidung.

-Eltern: Viele Auszubildende kommen nicht ohne finanzielle Unterstützung der Eltern aus – das Gehalt reicht vor allem in Städten wie München nicht für Miete und Leben. Eltern können daher bestimmte Beträge geltend machen. Muss der junge Berufseinsteiger etwa auswärts wohnen, können die Eltern einen Ausbildungsfreibetrag in der eigenen Steuererklärung ansetzen, erklärt der Bund der Steuerzahler. Auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge der Kinder können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. „Aber Achtung: Die direkten Ausbildungskosten des Kindes – wie zum Beispiel für Fachliteratur oder die Fahrtkosten zur Berufsschule – sind nicht bei den Eltern absetzbar.“

Lesen Sie auch: Neuer Lebensabschnitt: Ohne Stress in die Ausbildung starten

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