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Leonardo Di Caprio in Eastwoods „J. Edgar“ (Start ist am 19. Januar).

Ausblick auf Kinojahr 2012: Und wieder sinkt die Titanic

Die Liste der erfolgreichsten Filme 2011 in den USA zeigt es an: Dieses Jahr war das Jahr der Fortsetzungen.

Unter den Top Fünf des US-Rankings finden sich die letzte Folge der (achtteiligen) Harry-Potter-Reihe, gefolgt von „Transformers 3“, dem ersten Teil des Finales der (fünfteiligen) „Twilight“-Reihe, „The Hangover 2“ und „Fluch der Karibik 4“. Eigentlich hätte 2011 ja das Jahr des 3D-Films werden sollen, doch kein Werk konnte James Camerons „Avatar“ aus dem Jahr davor wirklich das Wasser reichen.

Zumindest kamen viel mehr 3D-Filme in die Kinos als noch 2010. Nach einer Auswertung der Filmförderungsanstalt (FFA) waren es allein 19 im ersten Halbjahr – neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Das waren fast dreimal so viele wie 2010. Für das erste Halbjahr 2012 sind in etwa genauso viele angekündigt, wobei zwei Streifen mit besonderer Spannung erwartet werden: Martin Scorseses „Hugo Cabret“, mit dem Scorsese gerne die nächste Berlinale eröffnen würde, und die 3D-Version von Camerons elffach oscarprämiertem Drama „Titanic“.

Neugierig dürfen nicht nur Liebhaber des Schwarzweiß-Stummfilms auf Michel Hazanavicius’ „The Artist“ sein. Hauptdarsteller Jean Dujardin wurde bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet. Für die Golden Globes ist das Opus sechsmal – und damit von allen Mitbewerbern am häufigsten – nominiert. Die Golden Globes werden am 15. Januar vergeben. Fünf Nominierungen, darunter für den besten Film, bekamen das Familiendrama „The Descendants“ mit George Clooney und der Streifen „The Help“, der zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung in den USA spielt und auch schon in Deutschland läuft.

Bereits Anfang des Jahres kommt der Gewinner des Goldenen Löwen in Venedig, Alexander Sokurows „Faust“, sowie Nicolas Winding Refns „Drive“ ins Kino. Neben Hollywoods neuem Liebling Ryan Gosling spielen in „Drive“ die Serienstars Christina Hendricks („Mad Men“) und Bryan Cranston („Breaking Bad“). Im Frühjahr folgt „Shame“ mit Michael Fassbender, der für einen Golden Globe nominiert wurde. In seiner ersten Rolle nach „Harry Potter“ ist zudem Daniel Radcliffe in „Die Frau in Schwarz“ zu sehen.

Ohne Fortsetzungen kommt auch 2012 nicht aus. Der neue „Batman“ läuft an, ebenso wie der vierte Teil der „Jason Bourne“-Reihe (allerdings ohne Matt Damon), zudem der neue James Bond sowie der Abschluss der „Twilight“-Reihe. Kurz vor Weihnachten ist dann Premiere für J.R.R. Tolkiens Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“: Auch Peter Jacksons „Hobbit“ dürfte Millionen vor die Leinwände locken. An deutschen Produktionen sind besonders die Verfilmungen von „Russendisko“ und „Die Vermessung der Welt“ von Interesse. Und Fans der Kult-Serie „Kir Royal“ werden sich auf Helmut Dietls „Zettl“ freuen.

Eine Menge Aufmerksamkeit erfuhren in diesem Jahr jene, die nichts bezahlen wollen: die Filmpiraten. Mehrere frühere Betreiber und Mitarbeiter des illegalen Internet-Filmportals Kino.to sind verurteilt worden – mitunter zu Haftstrafen. Und für eine Aufregung anderer Art sorgte der Regisseur Lars von Trier, der bei den Filmfestspielen in Cannes sagte, er könne Adolf Hitler verstehen. Der Däne entschuldigte sich später und sagte, er habe nur Spaß gemacht. Von Trier wurde bekanntlich von dem Festival ausgeschlossen. Ob sein Epos „Melancholia“ auch auf einen Oscar hoffen kann, wird sich bei der Bekanntgabe der Nominierungen am 24. Januar herausstellen.

Jennifer Fraczek

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