Ausgespähte Bankdaten: Wie man sein Konto schützen kann

München - Name, Anschrift, Kontonummer. Wer das hat, kann ein Konto plündern. Und mit diesen sensiblen Daten wird ein reger Handel getrieben. Doch man kann sich schützen. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie schütze ich mich vor Datenklau?

Viele persönliche Informationen geben Verbraucher Tag für Tag freiwillig preis, ohne sich dessen bewusst zu sein. Wer in Gewinnspielen sein Glück versucht, an telefonischen Haushaltsumfragen teilnimmt oder beim Einkauf mit einer Kundenkarte Bonuspunkte sammelt, hinterlässt eine Datenspur. Verbraucherschützer mahnen deshalb zur Vorsicht. Sinn und Zweck persönlicher Angaben sollte man kritisch hinterfragen und überflüssige Antworten verweigern.

Wer sammelt eigentlich meine Daten?

Nach Recherchen des Chaos Computer Club (CCC) sind in Deutschland 1300 Adresshändler registriert. Allein der Branchenprimus Schober direktmarketing, soll 2004 über 60 Millionen Adressen mit einer Milliarde Daten verfügt haben. Pro Datensatz werden Umsätze bis zu zwei Euro erzielt. Die CDs, die jetzt aufgetaucht sind, waren deutlich billiger und stammen deshalb aus anderen Quellen.

Kann ich verhindern, dass meine Daten illegal verwendet werden?

Eine Garantie dafür gibt es nicht. Keinesfalls sollten Kunden sich damit einverstanden erklären, dass ihre Daten für Werbung genutzt werden. Streichen Sie jeweils den Hinweis, dass Ihre Daten weitergegeben werden dürfen oder deaktivieren Sie am Computer das entsprechende Häkchen.

Gibt mir das Schloss-Zeichen beim Internet-Einkauf Sicherheit?

Eine sichere Verschlüsselung der Daten beim Internet-Einkauf allein ist noch keine Garantie, dass die Daten vom Empfänger nicht missbraucht werden. Es kommt auf dessen Vertrauenswürdigkeit an.

Warum schreiten die Behörden nicht ein?

Die Datensammlungen an sich sind nicht illegal. Bei der Bank, der Versicherung, dem Vermieter, mit Kredit- und Kundenkarten, beim Telefonieren, beim Surfen im Internet, bei Verträgen über ein Handy oder einen Kredit, bei Abschlüssen am Telefon geben die Verbraucher persönliche Daten an und dokumentieren ihr Kaufverhalten. Bei manchen Geschäften im Internet wird man gar gezwungen, einer Weitergabe persönlichetr Daten zuzustimmen, weil sonst ein Vertrag nicht zustande kommt.

Ab wann wird die Datensammlung illegal?

 Kriminell wird es, wenn Daten gestohlen, illegal gehandelt und mit ihnen Bankkonten geplündert werden. Mit einem Spähprogramm (Trojaner) lassen sich vertrauliche Daten aus Computern auslesen. Alles was man braucht, um eine Million Internet-Nutzer anzugreifen, kostet 785 Euro, wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen vorrechnete. Wenn der Angriff bei einem Prozent der Computer erfolgreich ist, und jeweils zehn Euro abgebucht werden, ergibt das 100 000 Euro Umsatz.

Wie erfahre ich, welche Daten über mich gesammelt wurden?

Das Bundesdatenschutzgesetz gibt dem Verbraucher das Recht, Nachforschungen anzustellen, welche Daten über ihn im Umlauf sind. Jeder kann also bei einem Unternehmen anfragen, ob persönliche Informationen dort gespeichert wurden, woher diese stammen und an welche Stellen sie weitergegeben wurden. Der Nutzung dieser Daten kann widersprochen werden. Einen Musterbrief gibt es bei den Verbraucherzentralen (www.verbraucherzentrale de).

Wie schütze ich mein Konto vor unbefugtem Zugriff und illegalen Abbuchungen?

Sind die Daten im Umlauf, kann man das nur nachträglich kontrollieren. Verbraucherschützer empfehlen dringend, regelmäßig die Kontoauszüge zu überprüfen.

Was tun, wenn von meinem Konto unberechtigt Geld abgebucht wurde?

Wer eine Fehlbuchung entdeckt, sollte widersprechen und die Bank auffordern, diese Buchung zu "korrigieren", rät Petra von Rhein, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Die Formulierung "zurückbuchen" wäre falsch, da in diesem Fall für die Überziehung eines Kontos Zinsen berechnet werden. Bei der "Korrektur" muss der Kunde so gestellt werden, als hätte die Buchung nicht stattgefunden. Außerdem rät die Verbraucherzentrale, Strafanzeige zu stellen.

Wie lange kann ich eine illegale Abbuchung rückgängig machen?

Die Verbraucherzentrale rät, innerhalb von sechs Wochen nach Abbuchung. Die Geschäftsbedingungen der Banken sehen zwar vor, Lastschriften mit Einzugsermächtigung auch noch bis zu sechs Wochen nach Erhalt des Rechnungsabschlusses (dieser erfolgt immer zum Ende des Quartals) zu stornieren. Doch es ist sinnvoll, so schnell wie möglich zu handeln, denn in den Bedingungen steht auch, dass unverzüglich reklamiert werden muss. Wenn die Bank auf Kosten sitzen bleibt, weil sich ein Geschädigter unnötig viel Zeit gelassen hat, wird sie versuchen, den säumigen Kunden zur Kasse zu bitten.

Was soll ich tun, wenn ich längere Zeit verreisen will?

Wer länger abwesend ist, sollte sich die Kontoauszüge nachschicken lassen oder das Konto auf Online-Banking umstellen. Sie können auch einen Kontobevollmächtigten damit beauftragen, die Auszüge zu prüfen. So kann falschen Abbuchungen schneller widersprochen werden.

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