Ausklang des Winterschlussverkaufs

- Hamburg - Das Interesse der Verbraucher für Winterkleidung und Sportartikel hat dem Einzelhandel einen versöhnlichen Ausklang des Winterschlussverkaufs beschert. Auch wenn die Erlöse bei Rabatten von bis zu 70 Prozent kaum höher gewesen seien als im Vorjahr, zeigte sich die Branche größtenteils zufrieden. Zwar hätten bereits vor den zwei WSV-Wochen begonnene Rabattaktionen dem gemeinsamen Schlussverkauf etwas den Wind aus den Segeln genommen, doch erleichterte das kalte Wetter den Absatz von Winterware.

"Das klassische Ziel ist erreicht worden - die Lager sind leer", sagte der Präsident des hessischen Einzelhandelsverbandes, Frank Albrecht, am Samstag in Frankfurt. Dazu habe entscheidend das winterliche Wetter beigetragen. "Es gibt kein idealeres Wetter für den Winterschlussverkauf", sagte Albrecht. In Baden-Württemberg ergab eine Umfrage des Branchenverbandes, dass 82 Prozent der Händler mit dem Ergebnis zufrieden seien. In Nordrhein-Westfalen hieß es, in der zweiten Woche sei neben reinen Wintersachen auch schon herabgesetzte Frühjahrsware angeboten worden. Auch von der Saison unabhängige Händler wie Baumärkte oder Haushaltswarengeschäfte hätten sich beteiligt.

In Berlin und Brandenburg war der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Günter Päts insgesamt zufrieden, auch wenn die Erwartungen noch höher gewesen seien. Besonders zufrieden seien die Händler in den Einkaufszentren oder größeren Warenhäusern. In ländlichen Gebieten habe es dagegen so gut wie keinen Schlussverkauf gegeben, schränkte er ein.

Der Geschäftsführer eines Kaufhauses in Hannover zeigte sich dagegen enttäuscht. Auch am letzten Tag seien trotz nochmals reduzierter Preise weniger Kunden als im Vorjahr gekommen. Nach dem nächsten Schlussverkauf im Sommer müsse möglicherweise über Konsequenzen nachgedacht werden.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) äußerte sich ebenfalls zufrieden. Allerdings gebe es keinen Grund für Euphorie, da die Umsätze im Textilbereich nur um ein Prozent gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum gestiegen seien.

In München verdarb die Sicherheitskonferenz den Einzelhändlern in der Innenstadt den Endspurt des Winterschlussverkaufs. Einige Geschäfte hätten am Samstag Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent hinnehmen müssen, sagte Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Landesverbandes des Bayerischen Einzelhandels. Viele Kunden hätten auf einen Einkauf in München vor allem aus Angst vor Ausschreitungen verzichtet.

Die gesetzlichen Beschränkungen für Rabatte im Einzelhandel waren im Sommer 2004 gefallen. Preisabschläge sind seitdem nicht nur in den Wochen der Schlussverkäufe, sondern das ganze Jahr über möglich. Der Handel hält jedoch zusätzlich zu den Rabatten zwischendurch auch an der Tradition allgemeiner Schlussverkäufe fest.

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