Auslands-Versicherung: Gut geschützt auf Reisen

Wer sich im Urlaub verletzt oder erkrankt, hat es bei der Arztsuche auf fremdem Terrain nicht leicht. Noch schwieriger wird es, wenn der Krankenversicherungsschutz nicht ausreicht. Wir erklären, wie Sie richtig geschützt auf Reisen gehen.

Wer auf innerdeutsche Reisen geht, hat mit dem Krankenversicherungsschutz keine Probleme. Jeder zur Kassenpraxis zugelassene Arzt akzeptiert die Chipkarte der gesetzlichen Krankenkassen. Kritisch kann es jenseits der deutschen Grenzen werden.

Europa-Abkommen

Im Urlaub innerhalb Europas sind gesetzlich Krankenversicherte grundsätzlich so geschützt wie die Bewohner des betreffenden Staates, also nicht selten weniger umfangreich als hierzulande – und dies in 38 Ländern.

Doch kann es durchaus sein, dass die von der deutschen Krankenkasse ausgestellte Europäische Krankenversicherungskarte (oder der ersatzweise ausgestellte Anspruchsausweis) vom Arzt abgelehnt wird oder dass eine „Kassenpraxis“ überfüllt ist. Außerdem sind die deutschen Urlauber im Ausland, wie die Einheimischen, verpflichtet, auch höhere als die hierzulande üblichen Eigenbeteiligungen zu akzeptieren – trotz der hierzulande vielleicht bereits ausgesprochenen Zuzahlungs-Befreiung. Deshalb, und weil im Falle eines Falles möglicherweise andere (Verwaltungs-)Wege eingeschlagen werden müssen, empfiehlt es sich unbedingt, bei der Krankenkasse das für das Urlaubsland vorliegende Merkblatt zu besorgen – und nicht erst dann zu lesen, wenn Versicherungsschutz benötigt wird.

Wer im Urlaub eine Arztrechnung selbst bezahlt hat, etwa weil der ausländische Arzt nicht bereit war, einen „Kassenpatienten“ zu behandeln, der kann nach der Rückkehr seine Krankenkasse um Erstattung bitten. Diesem Wunsch wird aber nur entsprochen, wenn detaillierte und quittierte Belege vorgelegt werden. Außerdem gibt es maximal den Betrag zurück, der bei einer Behandlung in Deutschland von der Krankenkasse aufzubringen gewesen wäre. Und schließlich kann der Erstattungsbetrag um einen Abschlag für zusätzliche Verwaltungsarbeit gemindert werden.

Auslandspolice

Abhilfe schafft eine private Auslandsreise-Krankenversicherung, die schon für Jahresbeiträge von weniger als 10 Euro (Singles) beziehungsweise 20 Euro (Familien) zu haben ist. Die Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 5/2009) hat für Einzelpersonen unter anderem folgende Anbieter empfohlen: Düsseldorfer, HanseMerkur, Huk-Coburg, Barmenia, Central, Debeka, Huk 24. Für Familien können laut den Verbraucherschützern auch andere Anbieter günstiger sein.

So ausgestattet ist man sowohl in den „Abkommensländern“ als auch in den Staaten, mit denen kein Sozialabkommen besteht, weitgehend versichert. Wichtig: Auch ein medizinisch notwendiger Rücktransport an den Wohnort sollte eingeschlossen sein; die gesetzlichen Krankenkassen dürfen solche Kosten nicht übernehmen.

Privatversicherte

Im Regelfall keine Probleme haben privat Krankenversicherte – auch wenn sie sich im Ausland aufhalten. Ihr Versicherungsschutz erstreckt sich auf die ganze Welt. Dennoch kann auch ihnen empfohlen werden, für den Auslandsurlaub eine spezielle Krankenversicherung abzuschließen – damit sie im Falle eines Falles daraus Leistungen beziehen und ihren „Schadenfreiheitsrabatt“ aus der Hauptversicherung schonen.

Allerdings sollten sie darauf achten, nicht bei einer Versicherung zu landen, die in ihren Versicherungsbedingungen vorsieht, lediglich „vorzuleisten“ und gegebenenfalls anschließend mit dem Hauptversicherer abzurechnen – was eine Beitragsrückzahlung aus der Hauptversicherung zumindest schmälern würde. Reine private Krankenversicherer, die (auch) Zusatzversicherungen dieser Art anbieten, sehen solche Verrechnungen jedoch nicht vor.

In diesen europäischen Staaten sind deutsche Krankenversicherte so geschützt wie Einheimische: Belgien -Bosnien-Herzegowina -Bulgarien -Dänemark -Estland -Finnland -Frankreich -Griechenland -Großbritannien -Irland -Island -Italien -Kroatien -Lettland -Liechtenstein -Litauen -Luxemburg -Malta -Marokko -Mazedonien -Montenegro -Niederlande -Norwegen -Österreich -Polen -Portugal -Rumänien -Schweden -Schweiz -Serbien -Slowakei -Slowenien -Spanien -Tschechien -Türkei -Tunesien -Ungarn -Zypern (griechischer Teil).

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