Auslandsreise-Krankenversicherung: Nur mit Schutz in den Urlaub

- Daran denken mag niemand, schließlich soll nichts die Urlaubsfreuden trüben. Aber nur weil man weit weg ist vom Alltag, heißt das nicht, dass man vor Unfällen oder Krankheit gefeit ist. Hilfe unter Palmen bieten Auslandsreise-Krankenversicherungen, deren Anbieter laut einem Test der Stiftung Warentest für wenig Geld meist "sehr gute" Bedingungen haben.

Gesetzlich Versicherte brauchen Police

Allen Reisenden, die in Deutschland in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung unbedingt zu empfehlen: Außerhalb Europas und in Ländern, mit denen Deutschland kein Sozialversicherungsabkommen hat ­ wie Ägypten oder Thailand ­ übernimmt die gesetzliche Krankenkasse keine Behandlungskosten. Aber auch innerhalb Europas werden Behandlungskosten nicht immer voll erstattet oder muss der Rücktransport aus eigener Tasche bezahlt werden.

Jahresbeitrag meist unter 10 Euro

Entscheidendes Kriterium für die Auswahl einer Versicherung sind die Vertragsbedingungen. Davon hängt ab, ob der Versicherer bei Krankheit zahlt. Die besten Vertragsbedingungen zum günstigsten Preis finden Einzelpersonen "Finanztest" zufolge, bei der Debeka. Erwachsene bekommen schon für sechs Euro im Jahr unabhängig vom Alter Versicherungsschutz. Den günstigsten Familientarif, der alle Kriterien erfüllt, bietet die Huk-Coburg für 19,50 Euro. Er gilt für Familienangehörige bis zum Alter von 69 Jahren.

Allerdings zeigten beide Anbieter im Praxistest der Notrufdienste leichte Schwächen ­ wie das Gros der Anbieter. Dennoch vergaben die Tester 20 Mal ein "Sehr gut" und keiner der insgesamt über 40 geprüften Tarife schnitt schlechter als "befriedigend" ab. Insgesamt müssen Ältere damit rechnen, mehr für die Police zahlen zu müssen als Jüngere. Den Testern zufolge komme es bei einzelnen Versicherern vor, dass Senioren als Neukunden abgelehnt werden.

Alte Verträge prüfen

Im Test waren die gängigen Jahresverträge für Urlauber. Die meisten verlängern sich automatisch, wenn sie nicht gekündigt werden. Viele Kunden haben deshalb noch einen Vertrag aus früheren Jahren.

Weil die Verträge seither besser geworden sind, lohnt sich den Testern zufolge ein Wechsel in den meisten Fällen. Die Kündigungsfrist beträgt meist drei Monate. Gilt die Frist bis zum Jahresende, ist der Anbieterwechsel für diesen Sommer nicht mehr möglich. Je nach Tarif kann aber auch das Datum des Vertragsabschlusses entscheidend sein: Wer Mitte August 2007 den Vertrag unterzeichnet hat, könnte so bis Mitte Mai reagieren.

Begrenzte Reisedauer

Mit einem Jahresvertrag über eine Krankenversicherung können Kunden zwar beliebig oft, aber nicht beliebig lange verreisen. Viele Versicherer begrenzen die maximale Dauer der einzelnen Reisen auf 42 Tage, die Barmenia lässt bis zu 56 Tage zu, die Debeka 70 Tage. Wer einen längeren Auslandsaufenthalt plant, benötigt immer einen Einzelvertrag für diese Reise.

Hilfloser Notdienst

Ein großes Manko, das den Prüfern bereits vor zwei Jahren bei einem ähnlichen Test aufgefallen war, sind die Notdienste der Versicherer. Und das, obwohl mehrere Reise-Krankenversicherer damit werben, dass Urlauber täglich rund um die Uhr Unterstützung erhalten, etwa bei der Suche nach Ärzten vor Ort.

Als zwei Testpersonen aus ihrem Urlaub in Costa Rica die Notdienste anriefen und nach einem Arzt in der näheren Umgebung fragten, waren die Ansprechpartner an den Hotlines zum Teil völlig überfordert. Nur bei drei von 19 Notdiensten erhielten die Tester die gewünschte Auskunft: Ihenn wurde eine Klinik genannt, die in etwa einer Stunde zu erreichen war.

"Finanztest" rät Urlaubern, sich nicht darauf zu verlassen, im Ernstfall brauchbare Informationen vom Reiseversicherer zu erhalten. Eigenregie sei gefragt: Am besten im Hotel, beim Reiseveranstalter oder bei der Deutschen Botschaft nach Telefonnummern und Adressen fragen.

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