Auslaufende Eigenheimzulage: Noch bis 31. Dezember zu haben

- Seit Jahren steht die Abschaffung der Eigenheimzulage auf dem Plan. Jetzt aber scheint es ernst zu werden: Der Wohnungsbauförderung soll es schon zum Ende dieses Jahres an den Kragen gehen. Und zwar mit Brachialgewalt. Denn anders als in den etlichen Anläufen zuvor wird die Eigenheimzulage voraus-sichtlich nicht nur eingeschränkt, sondern gänzlich abgeschafft. So sieht es der Koalitionsvertrag vor.

Beim Neubau

Aber noch besteht Handlungsspielraum für diejenigen Bauwilligen, die mit der Eigenheimzulage fest gerechnet haben. Denn das Geld gibt es nach den aktuellen Plänen uneingeschränkt dann noch, wenn bis zum 31. Dezember 2005 entsprechende Schritte vollzogen worden sind. So erhält noch derjenige den staatlichen Zuschuss, der vor dem 1. Januar 2006 mit der Herstellung des Objektes begonnen hat. Hiervon betroffen sind die Fälle, in denen ein Haus oder eine Wohnung erst noch gebaut werden muss.

Beim Gebrauchthaus

Im Falle des Kaufs eines schon vorhandenen Objektes ist entscheidend, dass es vor dem genannten Termin angeschafft wurde. Wichtig zu wissen: Wenn vor dem Termin 1. Januar 2006 eine dieser so genannten "qualifizierten Investitionsentscheidungen" getroffen worden ist - also entweder mit der Herstellung begonnen oder aber die Anschaffung getätigt wurde - gibt es die jährlich bis zu 1250 Euro betragende Eigenheimzulage für den gesamten Förderzeitraum von acht Jahren, gegebenenfalls plus jeweils 800 Euro Baukindergeld.

Die Voraussetzungen

Was aber ist unter dem Beginn der Herstellung oder der Anschaffung zu verstehen? Als Herstellungsbeginn gilt bei Objekten, die einer Baugenehmigung bedürfen, der Tag der Bauantragstellung. Bei baugenehmigungsfreien, aber anzeigepflichtigen Bauvorhaben ist der Tag ent-scheidend, an dem die Bauunterlagen beim Bauamt eingereicht werden (nicht der Tag, an dem die Unterlagen zur Post gebracht wurden!). Lässt sich dann die Behörde mit der Genehmigung Zeit, schadet das bei der Eigenheimzulage nicht. Auch kommt es nicht darauf an, wann schließlich mit dem Bau begonnen wird. Wer also am 20. Dezember 2005 seinen Bauantrag abgibt, steht auf sicherem Boden auch dann, wenn die Baugrube erst im September 2006 ausgehoben und im Sommer 2007 einge-zogen wird (es sei denn, das geplante Gesetz würde - entgegen bisheriger Übung - etwas anderes vorsehen).

Beim Kauf eines Objektes ist der Tag entscheidend, an dem der Kaufvertrag vor dem Notar abgeschlossen wird. Unbeachtlich für die Gewährung der Eigenheimzulage ist im Grunde hingegen der Zeitpunkt der Anschaffung, also der im Notarvertrag genannte Termin, zu dem Besitz, Nutzung, Lasten und Gefahr übergehen sollen. Allerdings ist dieser Zeitpunkt für den Beginn des Förderzeitraums von Bedeutung.

Der Einzugstermin

Der Einzug in das neue Heim sagt über die Weitergeltung des Zulagegesetzes nichts aus. Doch gibt es Eigenheimzulage erst für das Jahr, in dem "eingezogen" wird, das Haus oder die Wohnung also als solche genutzt werden.

Wer etwa am 19. Dezember 2005 zum Notar geht, den Übergang von Besitz, Nutzung, Lasten und Gefahr auf den 1. Februar 2006 vereinbart und dann im April 2006 einzieht, der kann frühestens ab 2006 Eigenheimzulage erhalten - dann allerdings acht Jahre lang bis einschließlich 2013. Denn der achtjährige Förderzeitraum gilt für solche Kalenderjahre, in denen der Anspruchsberechtigte die Wohnung nutzt.

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