Auslieferungslager von Heyne macht zu

- München - Der Heyne-Verlag ist Teil eines Imperiums, gewissermaßen Enkel der weltweit agierenden Bertelsmann-Gruppe. Er wurde in die amerikanische Konzerntochter Random-House eingegliedert. Da spielen lokale Gegebenheiten kaum mehr eine Rolle, wie jetzt die 75 Mitarbeiter des Heyne-Auslieferungslagers in Garching-Hochbrück zu spüren bekommen. Das seit 30 Jahren bestehende Lager wird Ende Mai 2005 geschlossen.

<P>Wirtschaftliche Gründe macht der Konzern geltend, und überrascht mit seiner Entscheidung selbst die Geschäftsleitung in Garching. "Bis letzte Woche sind wir davon ausgegangen, dass es hier weitergeht", sagt Geschäftsführer Sven Borchers. Der Betriebsrat hatte für eine Mitarbeiterversammlung nach eigenen Aussagen bereits "Sekt kaltgestellt". Zu feiern gab es auf der Versammlung dann aber nichts mehr.</P><P>Künftig wickelt die Firma Arvento die Auslieferungen für Random House ab. Dabei hat nach Angaben von Mitarbeitern das Lager in Garching bei einer Wirtschaftlichkeitsstudie mindestens ebenso gut abgeschnitten wie das Unternehmen, das nun zum Zug kommt. Deshalb kann über die Hintergründe der Schließung, für die offiziell "wirtschaftliche Gründe" ausschlaggebend sein sollen, nur spekuliert werden. Arvento zählt zu den Branchenriesen nicht nur bei der Auslieferung von Büchern, sondern auch bei der anderer Medien, beispielsweise CDs oder auch Handys.</P><P>Dabei sind die Zahlen für das Garchinger Heyne-Auslieferungslager auch eindrucksvoll: 20 Millionen Bücher pro Jahr werden von Garching aus vertrieben. Eine Zukunft unter Random-House-Führung sehen die meisten Garchinger Mitarbeiter nicht. Eher ruhen die Hoffnungen auf anderen Interessenten. "Wir sind Logistik-Experten", sagt Borcherts. Und dabei will er sich nicht nur auf Bücher festlegen. Es sei egal, ob man Bücher ausliefere oder etwas anderes. Was zähle sei das logistische Know-How.<BR></P>

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