Nur mit Aussteuer-Milliarden wird Rampl die Immobiliensparte los

- München - Die Mutter zahlt für die Tochter hohe Aussteuer. Um ihre Immobiliensparte loszuwerden, muss die HypoVereinsbank heuer und nächstes Jahr bis zu 590 Millionen Euro draufzahlen. Im Inland laufen die Geschäfte der Hypo Real Estate (HRE) defizitär, es droht massiver Stellenabbau im Inland. Am 6. Oktober startet der Finanzierer an der Börse.

<P>Zudem schießt die HVB dem abgetrennten Konzernteil bis zu 1,5 Milliarden Euro Kredit hinterher, sagte Real-Estate-Chef Georg Funke. Sicher ist, dass die Immobilienbank in ihrer maroden Inlandssparte gut 400 von 1000 Stellen streicht.<BR><BR>Mit 129 Milliarden Euro Kreditbestand und 1650 Mitarbeitern ist die HRE einer der führenden Immobilienfinanzierer Europas. Um im Inland profitabel zu werden, schmilzt die neue Bank auch ihre heimischen Bestände an Wackelkrediten ab. Hier gelten 7 % des 66,5 Milliarden Euro schweren Risikoportfolios als sehr gefährdet. Nach 193 Millionen Euro Verlust vor Steuern im Vorjahr werden deshalb auch heuer keine schwarzen Zahlen stehen. Unter dem Strich soll das aber überkompensiert werden durch Gewinne der beiden gesunden Teile Württ-Hyp (Stuttgart) und HRE International (Dublin), die nicht vom Stellenabbau betroffen sind.<BR><BR>Für die Mutter HVB, zweitgrößte Bank Deutschlands, ist die Abtrennung der Immobiliensparte ein weiterer Schritt zur Genesung. HVB-Chef Dieter Rampl räumt so laut früheren Angaben 57 Milliarden Euro Risikoaktiva aus der angegriffenen HVB-Bilanz. Zuvor wurden bereits ein Viertel der Bank Austria an die Börse gebracht und die Noris-Bank verkauft.<BR><BR>Der HRE-Börsengang in Wien und Frankfurt gilt Experten als Notoperation. Der Bank drohen zum Start hohe Kursverluste, weil die künftigen Aktionäre nicht unbedingt freiwillig mit von der Partie sind und möglicherweise rasch verkaufen. Die Abspaltung sieht vor, dass heutige HVB-Aktionäre für je vier HVB-Anteile ein Papier der neuen Immobilienbank zugeteilt bekommen. So wird die Münchener Rück, die selbst mit Problemen kämpft, mit gut 25 % HRE-Großaktionär. Um den Kurs zu retten, hat die Rückversicherung signalisiert, kurzfristig keine HRE-Aktien im großen Stil abzustoßen. Dem HVB-Kurs half das gestern kaum: Er sackte in einem schwachen Umfeld zeitweise 5 % ab.<BR><BR>Die HVB selbst ist mit dem Börsengang nicht mehr am Immobilienfinanzierer beteiligt. Er werde seinen Aktionären "vor die Füße geschmissen", rügte ein Analyst. Gegenüber internationalen Konkurrenten wie Aareal liege die HRE im Hintertreffen.<BR>Wenn die Risikoübernahme durch die HVB 2005 ausläuft, muss sie auf eigenen Beinen stehen und saniert sein. </P><P>Dazu will Funke das profitable US-Immobiliengeschäft der HVB für geschätzte 300 Millionen Euro noch dieses Jahr übernehmen und die Beteiligung an der niederländischen FGH-Bank verkaufen. Auch in den asiatischen Markt soll die HRE einsteigen. Quersubventionen zugunsten inländischer Immobiliengeschäfte würden künftig ausgeschlossen. Maßstab seien nun das erfolgreiche Modell der Württ-Hyp und das schon jetzt lukrative Auslandsgeschäft.</P>

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