Australische Bank will Techem übernehmen

- Frankfurt/Main - Die australische Bank Macquarie will den Energiedienstleister Techem für 1,09 Milliarden Euro übernehmen. Den Anteilseignern werde ein Gebot über 44 Euro je Aktie gemacht, teilte die zur Bank gehörende Gesellschaft MEIF II Energie Beteiligungen GmbH & Co. KG mit.

Techem wollte zunächst keine Stellung nehmen. "Wir kommentieren dies nicht", sagte ein Pressesprecher des im MDAX notierten Unternehmens auf Anfrage. Die auf Investitionen in Infrastruktur-Unternehmen spezialisierte Bank hatte erst in der vergangenen Woche zusammen mit einem Konsortium die britische RWE-Tochter Thames Water für knapp 12 Milliarden Euro übernommen.

Macquarie bezeichnete ihre Übernahmeofferte als attraktives Angebot für die Aktionäre. Der Preis von 44 Euro je Aktie bedeute einen Aufschlag von 18,9 Prozent auf den durchschnittlichen Börsenkurs der vergangenen drei Monate, sagte der für die europäischen Infrastrukturfonds zuständige Direktor Martin Stanley. Die MEIF II Energie Beteiligungen GmbH & Co. KG sei ein langfristig orientierter Eigentümer. Nach einer Übernahme sollten Sitz und Marke des Energiedienstleisters erhalten bleiben. Es gäbe zudem keine Pläne für weitere Restrukturierungsmaßnahmen bei Techem.

Macquarie und die 100-prozentige Tochter MEIF II halten der Mitteilung zufolge derzeit bereits einen Anteil von 17,0 Prozent an Techem. Die noch ausstehende Abwicklung erfolgter Aktienkäufe sowie die von Techem gehaltenen eigenen Aktien werden die Stimmrechte noch auf ein höheres Niveau heben, wie es hieß. MEIF II habe bereits Treffen mit dem Techem-Vorstand abgehalten und sei weiter um eine Zustimmung zu der Übernahme bemüht.

Techem hatte in der vergangenen Woche eine positive Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 2005/06 (30. September) vorgelegt. Umsatz und operativer Gewinn sind nach vorläufigen Zahlen zweistellig gestiegen. Die endgültigen Bilanzzahlen sollen am 14. Dezember veröffentlicht werden. Die Techem-Aktie war in den vergangenen Monaten deutlich stärker gestiegen als der Gesamtmarkt und hatte am Freitag mit einem Plus von 1,73 Prozent bei 42,25 Euro geschlossen.

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