Rückschlag für FC Bayern: Alaba fällt gegen Real aus

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Ausweise bitte: Wie Lebensmittel ihre Herkunft verschleiern

- Wer weiß, woher das Schnitzel stammt? Warum muss Rindfleisch gekennzeichnet werden, Schweinefleisch aber nicht? Wieso dänisches Fleisch in Nürnberger Würsten landen kann und Emmentaler als Vorbild gilt ­ das Wirrwarr bei den Kennzeichnungen von Lebensmitteln ärgert Kunden und Verbraucherschützer zunehmend. Die Herkunftsangaben seien häufig missverständlich, unvollständig oder fehlten ganz, kritisieren die Verbraucherzentralen. In einer Internet-Umfrage (www.verbraucherzentrale.de) wollen die Verbraucherschützer erfahren, was die Kunden von der Herkunftsbezeichnung halten. Dazu gibt es auch das Faltblatt "Die Ausweise bitte!".

Fleisch

Münchner Weißwurst darf nur in der Stadt und im Landkreis München unter diesem Namen hergestellt werden. Das regionale Original hat durch die EU-Kennzeichnung "g.\x0fg.\x0fA." (geschützte geographische Angabe) einen Herkunftsausweis. Die Hersteller der Münchner Weißwurst haben sich selbst dazu verpflichtet, das Fleisch nur aus (ganz) Bayern zu beziehen. In Nürnberger Bratwürsten ­ auch mit g. g. A. ­ können dagegen auch dänische Schweine enden.

Laut Verbraucherzentrale gibt es auch Schwarzwälder Schinken, der aus dem Fleisch von Schweinen aus den Niederlanden gemacht wurde. Die Schinken wurden nur zum Räuchern in den Schwarzwald gefahren.

Nur Rindfleisch muss eine genaue Herkunftsbezeichnung haben ­ eine Folge der BSE-Fälle. Das gilt aber nur für die Rohware. Küchenfertig zubereitet ­ dazu reicht schon eine geringe Salzzugabe und schon entfällt die Kennzeichnungspflicht.

Schweinefleisch muss dagegen nicht nach Herkunft gekennzeichnet werden, Geflügelfleisch nur, wenn es aus Nicht-EU-Staaten stammt. Die Herkunft der Zutaten in Wurstwaren und Fleischproduktion bleibt außer bei Bio-Produkten oft anonym. Am ehesten kann der Verbraucher sich in einem Fachgeschäft über die Herkunft des Fleisches informieren. "Nachfragen, wo immer es geht!", rät Andrea Danitschek, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Und das geht leichter, wenn man dem Metzger gegenüber- und nicht vor einer Selbstbedienungstheke steht.

Milchprodukte

Bei der Milch ist es nicht so einfach. Steht nicht drauf, dass sie zum Beispiel von Bergbauern eines bestimmten Gebietes gemolken wurde, kann man gerade noch das Bundesland identifizieren. BY steht für Bayern.

Anders sieht es mit Allgäuer Emmentaler aus: Milcherzeugung, Herstellung und Verarbeitung dieses Käses dürfen nur in bestimmten Landkreisen der Allgäuer Alpen erfolgen. Noch weniger erfährt der Käufer von zusammengesetzten Lebensmitteln, woher der Grundstoff etwa für Jogurt kommt.

Obst und Gemüse

Bei Obst und Gemüse muss wie bei Eiern und Rindfleisch das Herkunftsland nach europäischem Recht zwingend angegeben werden. Das gilt für lose als auch verpackte Ware. Kurioserweise muss die Herkunft von Brokkoli, Ananas und Mango nicht genannt werden. Die Verbraucherschützer fordern, Lebensmittel lückenlos zu deklarieren. Mit der Umfrage werde laut Danitschek bezweckt, auf das Kennzeichnungschaos aufmerksam zu machen und mehr Druck auf den Gesetzgeber auszuüben.

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