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Auszubildende verzweifelt gesucht

- München - Jahrelang war Bayern für Schulabgänger die Insel der Seligen. Nicht nur alle Bewerber aus dem Freistaat konnten, wenn sie sich bemühten, einen Ausbildungsplatz ergattern - und meist unter mehreren Angeboten wählen, auch Schulabgänger aus anderen Ländern wurden leichter fündig als daheim. Nun ist von Mangel die Rede. Lohnt es sich da überhaupt noch zu suchen? Es lohnt sich! sagen einhellig alle Experten. Denn es gibt noch freie Lehrstellen - selbst in gefragten "Modeberufen".

<P>Christian Gohlisch, Ausbildungsexperte bei der Handwerkskammer für München und Oberbayern, macht selbst Interessenten am Beruf des Kfz-Mechanikers dem langjährigen Ausbildungs-Favoriten der männlichen Schulabgänger, Mut: "ein Fünftel der Lehrverträge werden nicht angetreten." Wer sich also auf die Socken macht, um zu suchen, hat gute Chancen - selbst dann wenn das Zeugnis nicht ganz so gut ist, wie erwünscht.</P><P>Nach wie vor gibt es aber ganze Branchen, die händeringend nach geeigneten Bewerbern suchen.</P><P>Im Einzelhandel</P><P>Vor allem im Lebensmitteleinzelhandel werden künftige Kaufleute gesucht. "Das ist eben nicht nur Regale einräumen", sagt Jörg Engelmann von der Industrie- und Handelskammer. Es hat viel mit Hochtechnologie zu tun - und bietet gute Aufstiegschancen. Wichtig sei Kontaktfreude. Man muss auf Kunden zugehen können.</P><P>Wer hier nicht zum Zuge kommt, kann den Umweg über die nur zweijährige Verkäufer-Lehre machen, die durch anschließende Weiterbildung - oft aber auch durch einen Umstieg bereits in der Ausbildung die gleichen Perspektiven bietet.</P><P>Lebensmittel</P><P>Auch im Handwerk haben Lebensmittelberufe noch goldenen Boden: Angehende Konditoren, Bäcker und Metzger werden ebenso gesucht wie Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk. Ähnliches gilt für Brauer und Mälzer. Bei Hubert Schöffmann von der IHK haben sich vor allem kleinere Brauereien gemeldet, die entsprechende Bewerber suchen. "Der Beruf ist weit anspruchsvoller, als man häufig denkt", so Schöffmann.</P><P>Gastronomie</P><P>Auch im Hotel- und Gaststättenbereich sind die Chancen gut. Der Weg zum Drei-Sterne-Koch führt über die Lehre - für die es reichlich Plätze gibt. Auch angehende Hotel- oder Restaurant-Fachmänner (und -frauen) gehören zu den Berufen, bei denen das Angebot größer ist als die Nachfrage. Die meist ungewöhnlichen Arbeitszeiten können ein Grund sein. Dafür öffnet sich das Tor zur großen Welt. Wer gern auch einmal im Ausland arbeiten möchte, der findet hier ein Sprungbrett.</P><P>Auf Achse</P><P>Mobilität ist auch gefragt, wenn man Berufskraftfahrer werden will. "Viele wissen nicht, dass es das als Ausbildungsberuf gibt", sagt Schöffmann. Doppelt sogar: Güterverkehr und Personenverkehr. Die Ausbildungsinhalte sind vielfältig: Im Büro in der Werkstätte, Disposition und Technik. Vor allem aber ist man unterwegs. Per Sondergenehmigung kann man hier schon mit 17 den Pkw-Führerschein machen und mit 18 den für Lkw. Einen guten Hauptschulabschluss sollte man vorweisen könne. Doch auch hier gilt: Engagement ist wichtiger, bestätigt Schöffmann. Wer Lkw-Freak ist, verbessert seine Chance, oder wer etwa bei der freiwilligen Feuerwehr bereits mit Nutzfahrzeugen zu tun hatte.</P><P>Harte Rechner</P><P>Etwas höhere Ansprüche an die Papierform erfordern die Ausbildungen zum Speditionskaufmann oder Kaufmann im Groß- und Einzelhandel. Auch hier gibt es noch Ausbildungsplätze. Die Mehrzahl der Bewerber hat die mittlere Reife. Aber auch der "Quali" genügt. Die Noten in Deutsch und Mathematik sollten gut sein. Denn rechnen und das Schreiben von Geschäftsbriefen gehört hier zu den Kernkompetenzen. Fremdsprachenkenntnisse sind hier durchaus nützlich.</P><P>Technikspezialisten</P><P>Wer es mehr mit der Technik hat, findet ein breites Spektrum angebotener Berufe vor. Neben Kfz-Mechanikern bietet sich im Handwerk der Metallbauer und der Elektroinstallateur an. In der Industrie gibt es noch Ausbildungsplätze vor allem für Konstruktionsmechaniker im Metallbau (früher wurden diese Schlosser genannt).</P><P>Schwarze Kunst</P><P>Auch Drucker und Buchbinder werden gesucht. Hier sollten gute Deutschkenntnisse Voraussetzung sein, aber auch Erfahrungen am Computer sind von Vorteil.</P><P>Wieder schlau: Der Bau</P><P>Der Bau bleibt eine wichtig Branche. War sie lange Zeit damit beschäftig, Personal abzubauen zeichnet sich derzeit bereits wieder ein Fachkräftemangel ab. Wer Tiefbaufacharbeiter werden, will, Trockenbaumonteur oder Industrie-Isolierer findet in diesen hoch spezialisierten Berufen verhältnismäßig leicht einen Ausbildungsplatz.<BR><BR></P>

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