Das Auto als Konjunktur-Turbo: Erwarten die Hersteller zu viel?

- Frankfurt - Die Autohersteller in Deutschland wittern vor der IAA in Frankfurt Morgenluft. Spätestens 2004 wollen die Unternehmen durchstarten. "Das Geschäft wird den Herstellern in den nächsten beiden Jahren wieder Spaß machen", ist Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen, überzeugt.

<P>Dazu beitragen soll auch ein Feuerwerk an neuen Modellen. So wird auf der Automobil-Ausstellung, die am 11. September startet, das ewige Duell Golf gegen Astra neu belebt. Volkswagen und Opel präsentieren auf der Messe die neu entwickelten Varianten ihrer jeweils wichtigsten Modellreihen.</P><P>Angesichts der deutlich aufgehellten Stimmung warnen einige Experten schon vor zu viel Euphorie. Wie jedes Mal erwarte die Branche von der zentralen Automobilmesse Impulse für das Geschäft, sagt BMW-Chef Helmut Panke. "Dieses Jahr ist der eine oder andere vielleicht etwas ungeduldiger als sonst."</P><P>In der Krise erwiesen sich die deutschen Autobauer als erstaunlich robust. So stieg die Produktion der deutschen Hersteller bis Ende Juli um 2 % auf gut drei Millionen Autos. Dennoch waren die Bremsspuren auf Kundenseite unübersehbar. Die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland liegt derzeit noch immer leicht unter Vorjahresniveau. Bereits 2002 war der Absatz im Inland um 3 % auf 3,25 Millionen Verkäufe gesunken.</P><P>Dudenhöffer rechnet mit einem Aufschwung in allen wichtigen Märkten. "Nordamerika bleibt stark und Südamerika erholt sich", sagt der Experte. In Deutschland rechnet er wegen des angestauten Nachholbedarfs, der gescheiterten Dienstwagensteuer-Erhöhung und der Konjunkturbelebung 2004 mit einem Anstieg der Zulassungen von 3,22 auf 3,45 Millionen Autos.</P><P>Duell Geld gegen Astra<BR>bringt einen Schub</P><P>2005 werden es nach seiner Prognose 3,75 Millionen sein. "Die Autobranche wird die Konjunkturlokomotive sein." Die Neuauflage von Golf und Astra werde einen Sonder- Boom auslösen, von dem vor allem Volkswagen profitieren werde. "Der Golf ist das wichtigste Auto in Deutschland."</P><P>Auch Albrecht Denninghoff, Auto-Analyst bei der HypoVereinsbank, glaubt an einen Absatzschub durch die neuen Modelle. Ähnlich sei die Situation in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre gewesen, als der neue Golf und der neue Astra die Zulassungszahlen in die Höhe trieben. Allerdings habe sich damals die Konjunktur im Aufschwung befunden. "Da hat alles zusammengepasst." Dagegen sei die Autobranche derzeit bestenfalls am unteren Umkehrpunkt. Daher sind die Prognosen der HypoVereinsbank-Analysten etwas konservativer. Sie rechnen für 2004 mit 3,3 Millionen Neuzulassungen in Deutschland. "Für 2005 sind wir dann aber optimistisch." Die Zahl der Verkäufe könne dann bis auf 3,6 bis 3,7 Millionen steigen. </P><P>Osten: China und Russland</P><P>Auch andere Hersteller warten mit wichtigen Neuheiten und Schmankerln auf. So zeigt zum Beispiel BMW den<BR>Wachstumsmärkte im neuen 6er, Ford den Focus C- Max, Porsche das 911er Turbo Cabrio und Daimler den Smart Forfour. "Die Branche steht vor einer ihrer größten Produkt-Einführungsphasen", sagt Dudenhöffer.</P><P>Ein riesiger Markt tut sich für die Autokonzerne in China und Osteuropa auf. Im vergangenen Jahr wurden in China 1,25 Millionen Autos verkauft - ein Plus von 70 Prozent, wie Dudenhöffer berichtet. In diesem Jahr dürfte die Zahl auf 1,8 Millionen steigen und 2004 auf 1,9 Millionen. Einen weiteren Schub für die Branche erwartet Dudenhöffer aus dem Beitritt der zehn europäischen Staaten Estland, Lettland, Litauen, Slowenien, Tschechien, Malta, Polen, Slowakei, Ungarn und Zypern zur EU. Immer wichtiger wird auch der russische Markt. Während in Deutschland auf 1000 Einwohner 580 Fahrzeuge kommen, sind es in Russland gerade 155 - große Wachstumsmöglichkeiten für die deutschen Autobauer.</P><P>Wachstumsaussichten für die ganze Branche. Mit dem neuen VW-Golf und dem Opel Astra starten die beiden wichtigsten Auto-Baureihen in Deutschland neu durch.<BR></P>

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