Auto kontra Zug: Wer mit dem Pkw zur Arbeit fährt, zahlt meist drauf

- Wer auf seinen Geldbeutel schauen muss, sollte die Preise von Bahn und eigenem Pkw genau vergleichen. Denn das Auto braucht nicht nur Kraftstoff zum Fahren, sondern es fallen Steuern und Versicherung sowie Wartungskosten an, die oftmals beim direkten Vergleich von Auto und Bahn fälschlicherweise nicht herangezogen werden.

"Wenn man sich vergegenwärtigt, was ein Auto alles in allem wirklich kostet, dann kommt man schnell auf hohe Summen", sagt Arnulf Thiemel von der ADAC-Technikzentrale in Landsberg am Lech. "Oft werden Service- und Wartungskosten nicht in die Vergleichsrechnung mit einbezogen", sagt Thiemel. Und: "Ein normaler Bürger kann im Vorhinein nicht ausrechnen, was sein Auto wirklich im Unterhalt kostet." Die Auto-Experten des ADAC haben deshalb eine Unmenge von Daten gesammelt und in einem Programm zusammengefasst, sodass sich mit wenigen Mausklicks ausrechnen lässt, welche Kosten ein Auto tatsächlich pro gefahrenem Kilometer verursacht, also inklusive Anschaffung, Steuern, Versicherung, Reparaturen und Service.

Bei unserer Rechnung sind wir so vorgegangen: Da die Kosten pro gefahrenem Kilometer bei jedem Auto unterschiedlich sind, haben wir zwei Modelle genommen: Einen VW Golf mit 75/77 kW Motorleistung (Benziner- bzw. Diesel-Variante) sowie einen Audi A4 Limousine mit 96/103 kW. Die Diesel-Variante des A4 ist bereits mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet. Für die Berechnung haben wir einen Spritpreis von 1,28 Euro pro Liter Super sowie von 1,09 Euro pro Liter Diesel angenommen sowie die von Experten prognostizierten Sprit-Höchstpreise, die dieses Jahr noch erwartet werden. Diese liegen bei 1,40 Euro pro Liter Super, für Diesel haben wir einen Höchstpreis von 1,20 Euro pro Liter angenommen. Anhand von vier Strecken (von Rosenheim, Fürstenfeldbruck, Ebersberg und Garmisch jeweils nach München) rechnete der ADAC die tatsächlichen Kosten pro gefahrenem Kilometer aus - inklusive 5000 privat gefahrener Kilometer pro Jahr. Die Kilometerkosten wurden mit der Entfernung (hin und zurück) mulipliziert - so ergibt sich der Fahrpreis für das Auto. Bei der Bahn gelten die Preise (hin und zurück) für den MVV bzw. für Regionalzüge.

Interessant: Je mehr mit dem Auto gefahren wird, desto billiger sind die Kosten pro gefahrenem Kilometer. Trotzdem rechnet es sich oft, mit der Bahn zur Arbeit zu fahren, auch wenn dann die Kilometerkosten für den Pkw, der nur noch privat genutzt wird, deutlich teurer sind. Beispiel: Der Kilometerpreis bei 5000 Jahreskilometern liegt beim VW Golf mit Benzinmotor bei 1 Euro/km. Das sind pro Monat rund 417 Euro. Addiert man beim Beispiel Rosenheim die 417 Euro zur Bahn-Monatskarte (183,90 Euro), kommt man immer noch günstiger weg, als wenn man nur mit dem Auto fährt. Lediglich Pendler im MVV-Bereich zahlen leicht drauf, wenn sie S-Bahn fahren und die Fixkosten des in der Garage stehenden Autos mit in die Kalkulation einbezogen werden.

Die eigenen Autokosten berechnet der ADAC für 4,95 Euro unter: www.adac-autokosten.de

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Euro-Finanzminister ringen um Griechenland-Hilfen
Wichtige Hürden vor der Auszahlung frischer Kredite an Griechenland sind bereits genommen. Aber ein alter Streit holt die Unterhändler immer wieder ein.
Euro-Finanzminister ringen um Griechenland-Hilfen
Am Hauptstadtflughafen soll billiger gebaut werden
Der BER ist nicht fertig, aber schon zu klein. Daher wird der Ausbau geplant - jedoch für kleineres Geld als bisher. Flughafenchef Lütke Daldrup muss sich derweil Fragen …
Am Hauptstadtflughafen soll billiger gebaut werden
Flixbus übernimmt Fernbusgeschäft der österreichischen ÖBB
Berlin (dpa) - Der deutsche Marktführer Flixbus übernimmt Hellö, das Fernbusgeschäft der Österreichischen Bundesbahnen. Ab August sollen die Hellö-Linien in das …
Flixbus übernimmt Fernbusgeschäft der österreichischen ÖBB
Daimler forciert Elektro-Offensive: Batteriefabrik in Kamenz
Kamenz (dpa) - Der Autobauer Daimler forciert seine Elektro-Offensive und errichtet deshalb einen weltweiten Produktionsverbund für Batterien.
Daimler forciert Elektro-Offensive: Batteriefabrik in Kamenz

Kommentare