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In Deutschland konnten die Hersteller 2,7 Prozent mehr Autos absetzen, was 3,44 Millionen Neufahrzeugen entsprach.

Europäischer Herstellerverband

Bestes Jahr für europäische Autoindustrie seit einem Jahrzehnt

Der europäische Automarkt hat seinen Wachstumskurs 2017 fortgesetzt. Besonders ehemalige Krisenländer sind für den Aufschwung verantwortlich. Der Dezember war für die Hersteller hingegen kein guter Monat.

Erstmals seit zehn Jahren hat der Auto-Absatz in Europa die Marke von 15 Millionen Neuzulassungen wieder überschritten. Wie der europäische Herstellerverband ACEA mitteilte, wurden im vergangenen Jahr 15,1 Millionen Autos verkauft, ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt war es das vierte Jahr in Folge, in dem wieder mehr Autos verkauft wurden.

Die stärksten Zuwächse verzeichneten die Hersteller in Spanien, wo 7,9 Prozent mehr Autos zugelassen wurden, sowie in Italien mit einem Plus von 7,7 Prozent. In Deutschland konnten die Hersteller 2,7 Prozent mehr Autos absetzen, was 3,44 Millionen Neufahrzeugen entsprach. In eine Krise rutschte hingegen der britische Mark. Dort wurden 2017 insgesamt 5,7 Prozent weniger Neuwagen zugelassen als ein Jahr zuvor.

Europäischer Automarkt im Dezember schon wieder rückläufig

So waren es die ehemaligen Krisenländer, die den Absatz der Neufahrzeuge ankurbelten. Das werde sich im kommenden Jahr fortsetzen, erwartet Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY: "In einigen Ländern besteht immer noch Aufholpotenzial, so dass wir auch im Jahr 2018 ein leichtes Absatzwachstum sehen werden."

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Fuß rechnet mit einem Plus zwischen ein und zwei Prozent in der EU, in Deutschland eher mit einer Stagnation. In Großbritannien werde die Unsicherheit durch den Brexit für weitere Verkaufseinbußen sorgen. Der Dezember war für die Autohersteller kein guter Monat. Die Verkäufe sanken um 4,9 Prozent im Vorjahresvergleich. Das lag laut EY aber daran, dass der Dezember zwei Verkaufstage weniger hatte als 2016.

AFP

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