Vom Auto bis zur Versicherung: Tipps zum Start der Skisaison

- Der Sahara-Oktober ist vorbei, die ersten Schneeflocken fallen: Jetzt freuen sich die vier Millionen deutschen Skifahrer auf den Start in die Wintersaison. Doch damit Ausflug oder Urlaub auch wirklich zur Pisten-Gaudi werden, sollten Brettl-Sportler vor der Abfahrt einiges beachten:

Ketten & Reifen

Wer zum Skifahren aufbricht, sollte sich nur in ein winterfittes Auto setzen. "Winterreifen müssen sein", sagt Jochen Osterle vom ADAC, "sonst riskiert man bei einem Unfall den Kasko-Schutz." Wer neue kaufen will, sollte sich allerdings zügig umschauen, da wegen der neuen Winterreifen-Pflicht Händer über Lieferengpässe klagen (siehe Kasten). Neben griffigen Gummis besteht in einigen Wintersportregionen zudem Schneekettenpflicht. Kaufen muss man sich die aber nicht unbedingt, leihen geht auch. Informationen dazu gibt es beim Reiseveranstalter oder im Urlaubsort.

Autobatterie

Laut ADAC ist die Autobatterie Pannenursache Nummer eins im Winter. Damit der Ski-Ausflug nicht auf halber Strecke endet, sollte der Energiespender vor der ersten Fahrt fachkundig geprüft werden. ADAC-Experte Oesterle rät zudem: "Energiefresser wie heizbare Heckscheibe und Außenspiegel sollten nur so lange angeschaltet werden, wie man sie tatsächlich braucht."

Dachgepäckträger

Wer seine Bretter aufs Autodach schnallen will, aber noch keinen Dachgepäckträger besitzt, sollte beim Kauf auf das "Siegel für geprüfte Sicherheit" (GS) achten. Es bescheinigt dem Träger die erforderlichen Mindestanforderungen. "Generell sollte das Ladegut nicht lose, sondern kompakt verstaut sein", rät Thomas Oberst vom TÜV-Süd. Vor allem darf man die zulässige Dachlast des Autos nicht überschreiten. Die kann in der Bedienungsanleitung und den Papieren nachgelesen oder beim Hersteller erfragt werden. Schwere Gegenstände gehören nach wie vor in den Kofferraum. Wenig Geübte sollten anfangs vorsichtig fahren.

Für alle Fälle im Gepäck

Der ADAC empfiehlt bei Autoreisen im Winter, warme Decken mitzunehmen. Gerät man in einen Stau oder schneit ein, kann man sich so ohne Standheizung warm halten. Auch eine Abdeckfolie für die Windschutzscheibe sowie Enteisungsspray für die Türen sind ratsam. Zeitungspapier unter der Fußmatte bindet Feuchtigkeit im Autoinnenraum und beugt damit beschlagenen Scheiben vor.

Skier und Schuhe

Wer seine alten Ski aus dem Keller holt, sollte unbedingt die Kanten schleifen und den Belag ausbessern lassen. Nur so greift der Ski, läuft besser durch die Kurven und ist zu kontrollieren. Nutzt man Leihski oder kauft sich neue Skier, sind die Skier in der Regel gut im Schuss. Wichtig: "Die Schuhe sollten den ganzen Tag lang passen", sagt Thomas Griesbeck von der Bergwacht Bayern. Leihschuhe können im Notfall eingetauscht werden. Für Problemfüße sind Leihschuhe hingegen Gift. Hier ist der Innenschuh das A und O. In guten Fachgeschäften kann er durch Aufheizung oder Schäumung individuell angepasst werden.

Pistenunfall

Bei Unfällen hilft vor allem eines: Ruhe bewahren und Handy zücken. "Dank Handynotruf 112 können wir Verunglückte in den letzten Jahren schneller bergen", sagt Bergwachtler Thomas Griesbeck. Ist man fernab der Piste gestürzt und verletzt, könne man wegen Lawinengefahr nur warten. "Eine kleine Taschenlampe schadet nicht", rät Griesbeck. Nur wer sich im Gelände auskenne, könne versuchen, auf einen windstillen Platz zu robben. Skianfänger sollten immer in Gruppen unterwegs sein.

Versicherungen

Bei Rund-um-Sorglos-Paketen für den Wintersport rät die Verbraucherzentrale Bayern (VBZ) zu prüfen, ob die Risiken nicht bereits durch bestehende Versicherungen abgedeckt sind. Vor allem eine private Haftplichtversicherung versichert automatisch im Skiurlaub. "Den Rest kann man meist getrost vergessen", sagt VBZ-Versicherungsexpertin Hedwig Telkamp. Sie rät nur zu einer Auslands-Krankenversicherung. Eine solche Police sei für alle sinnvoll, die ihren Ski-Urlaub im Ausland verbringen.

Hotel eine Enttäuschung?

Rechtlich abgesichert ist man meist bei Pauschalreisen, aber ein Skiurlaub wird selten pauschal gebucht. Bei nicht pauschal gebuchten Skireisen beziehen sich die Beschwerden oftmals auf die Piste, weiß Markus Saller von der Verbraucherzentrale Bayern. Spannend sei die Frage, welches Recht gilt, wenn man in Österreich oder der Schweiz Skiurlaub mache: "Hat ein Urlauber bei einem Vertragspartner in Deutschland gebucht, gilt deutsches Recht", so Saller. Generell müsse schnell reklamiert werden. Ob und wie viel Geld erstattet wird, hängt vom Einzelfall ab.

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