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China ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für die deutschen Hersteller Volkswagen, BMW und Daimler. Foto: Gero Breloer

Autoabsatz in China gewinnt weiter an Fahrt

Peking (dpa) - In China hat sich das Wachstum des Automarkts dank Rabatten weiter beschleunigt. Im Juli sei die Zahl der verkauften Fahrzeuge um 23 Prozent auf 1,6 Millionen Stück gestiegen, teilte der Branchenverband PCA am Dienstag in Peking mit.

Damit erhöhten sich die Verkaufszahlen den fünften Monat in Folge. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurden damit auf dem weltgrößten Automarkt 12,4 Millionen Fahrzeuge verkauft - ein Plus von 11,1 Prozent. China ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für die deutschen Hersteller BMW, Daimler und Volkswagen.

Vor einem Jahr war der chinesische Automarkt in den Sommermonaten wegen der sich abkühlenden Konjunktur ins Stottern gekommen. Damals hatte die chinesische Regierung mit einer Senkung der Mehrwertsteuer für kleinere Autos gegengesteuert und den Absatz damit wieder angekurbelt. Die Steuererleichterung gilt noch bis Ende dieses Jahres.

Wie Daten des chinesischen Händlerverbandes CADA andeuten, ging die Zahl der auf Händlerhöfen und in Lagern stehenden Autos im Land zum ersten Mal seit elf Monaten zurück. Branchenexperten sehen darin ein Indiz für hohe Rabatte, die den Verkauf fördern. Sollten die Lagerbestände weiter sinken, könnte das bei weiter guten Verkaufszahlen die Produktion durch die Hersteller anschieben.

Laut den bislang veröffentlichten Zahlen schlug sich unter den ausländischen Konzernen insbesondere die Opel-Mutter General Motors im Juli gut. Bereits Ende vergangener Woche meldete der US-Autobauer ein Auslieferungsplus von 18 Prozent für China. Ford erzielte ein Wachstum von 15 Prozent, Toyota knapp 6 Prozent. Die chinesischen Hersteller Guangzhou, Great Wall Motor und die Volvo-Automutter Geely legten noch stärker zu als die ausländischen Konzerne. Deutsche Autobauer berichten erst noch über ihr Abschneiden.

Auch die chinesischen Autokäufer fanden zuletzt vermehrt Gefallen an geräumigeren Autos. Die großen geländewagenähnlichen Alltagsautos, sogenannte SUVs, hatten ihren Anteil an den verkauften Passagierfahrzeugen im ersten Halbjahr auf 35 Prozent steigern können. Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres waren es rund 27 Prozent.

Offen ist noch, wie sich die Lage nach Einschätzung des anderen Branchenverbands CAAM entwickelt hat. Dieser erhebt andere Daten. Neben diesen Zahlen stehen in den kommenden Tagen die Absatzmeldungen weiterer Hersteller an, die dann zusätzlich Aufschluss über die Entwicklung des weltweit größten Automarkts geben dürften.

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