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Wunscharbeitgeber: Der Münchner Autobauer BMW ist der beliebteste Arbeitgeber angehender Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland.

Ingenieure gefragt

Autobauer: Bewerbungen im Sekundentakt

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München - Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Die Absolventen haben oft klare Vorstellungen. Standort und Gehalt müssen stimmen – aber vor allem der Name des Unternehmens. Bayerns Autobauer führen die Beliebtheitsskala an.

Alle 52 Sekunden kommt eine Bewerbung beim Autobauer Audi in Ingolstadt an – mehr als 100 000 pro Jahr. Bei BMW in München bewerben sich jedes Jahr rund 120 000 Menschen. Eingestellt wird nur ein Bruchteil – 4500 waren es bei BMW in Deutschland im vergangenen Jahr, bei Audi gut 3000. Die Automobilbranche ist beliebt – vor allem unter Hochschulabsolventen. Und die bayerischen Autobauer stehen bei angehenden Wirtschaftswissenschaftlern und Ingenieuren besonders hoch im Kurs.

BMW belegt unter den Wirtschaftswissenschaftlern Platz eins in der Beliebtheitsskala, bei den Ingenieuren ist Audi die erste Wahl. Das ergab eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Trendence. Rund 26 000 Studenten der Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften an 125 deutschen Hochschulen wurden befragt. Aus den Ergebnissen wurden die 100 begehrtesten Arbeitgeber ermittelt. Dabei schnitten nicht nur die bayerischen Autobauer gut ab, sondern die gesamte Automobilindustrie. „Keine Branche ist bei Bewerbern beliebter“, schreibt Trendence. Neben BMW und Audi finden sich VW, Porsche und Daimler unter den Top 10 (siehe Kasten).

Lange vorbei sind dagegen die Zeiten, in denen Banken und Berater zu den Top 10 der Wunscharbeitgeber gehörten. Der Deutschen Bank etwa laufen bereits seit Jahren die Bewerber davon. Während die Bank 2009 noch den fünften Platz bei den Wirtschaftswissenschaftlern belegte, ist das Geldinstitut mittlerweile auf Platz 16 abgerutscht. Die Lufthansa machte dagegen Boden gut – Top 10 bei den Ingenieuren, Top 5 bei den Wirtschaftswissenschaftlern. Der Aufsteiger der letzten Jahre heißt allerdings Deutsche Bahn. Das Unternehmen ist seit 2010 unter Wirtschaftswissenschaftlern von Platz 57 auf Platz 16 und bei Ingenieuren von Platz 28 auf Platz 13 aufgestiegen. Trendence-Geschäftsführer Holger Koch führt die höhere Attraktivität des Verkehrsunternehmens auf die Werbe-Kampagne „Kein Job wie jeder andere“ zurück, mit dem die Bahn seit 2010 gezielt potenzielle Bewerber anspricht.

Neben den Wunscharbeitgebern fragte Trendence die Studenten auch nach ihren Gehaltsvorstellungen und danach, ob sie für einen Job in eine andere Stadt ziehen würden. Das überraschende Ergebnis: Die berufliche Mobilität der Absolventen ist relativ gering. Die meisten Berufseinsteiger wollen am liebsten in der Nähe ihres Studienortes bleiben – das gilt vor allem für Studenten, die in Großstädten leben. Am wenigsten umzugsbereit zeigten sich Studenten aus München (86 Prozent) und Hamburg (89 Prozent).

Beim Gehalt müssen sich Unternehmen künftig auf gestiegene Ansprüche einstellen. Junge Wirtschaftswissenschaftler erwarten rund 44 000 Euro Jahresgehalt, Ingenieure 47 000 Euro. Dabei unterscheiden sich die Gehaltsvorstellungen von Bachelor- und Masterabsolventen nur geringfügig. Allerdings: Egal ob Master oder Bachelor – Frauen sind nach wie vor bescheiden. Sie fordern im Schnitt 5600 Euro weniger Jahresgehalt als ihre männlichen Kommilitonen.

Manuela Dollinger

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