Autobosse: Es fehlt an Vertrauen

- Frankfurt - Die deutsche Automobilindustrie will die Rolle der Konjunkturlokomotive übernehmen. "Wir sind derzeit bei uns die einzig verbliebene Branche, in der noch Arbeitsplätze geschaffen werden", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, zur Eröffnung der 60. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Seine Botschaft verband Gottschalk mit der Aufforderung, die Politik müsse den Bürgern endlich Sicherheit und langfristige Perspektiven für ihre Pläne geben. Kaufkraft sei vorhanden, es fehle den Konsumenten aber an Vertrauen.

<P>Schröder nutzte vor den Managern der internationalen Automobilwirtschaft diese Aufforderung, um die Opposition erneut in die Pflicht zu nehmen. Die Unionsparteien dürften das geplante Vorziehen der Steuerreform auf 2004 nicht blockieren. Dies sei "falsch und gefährlich" für den dringend benötigten Konjunkturoptimismus. Mit der Steuerpolitik sowie den Reformen für das Gesundheitswesen und die Alterssicherung müssten noch in diesem Herbst wichtige Impulse gesetzt werden. Allein die vorgezogene Steuerreform sei in der Lage, das Wirtschaftswachstum um zusätzlich 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte zu beflügeln. 2004 müsse es einen Push geben, damit "die Wachstumsraten nicht nur auf dem Papier stehen".<BR><BR>Zuvor hatte bereits der VDA-Präsident die Opposition aufgefordert, "politisch mitzutragen, was Deutschland nach vorne bringt". Die deutsche Automobilindustrie habe bereits ihren Beitrag zur Konjunkturwende geleistet. Mit Investitionen von 12 Milliarden Euro im Inland, Forschungsaufwendungen von 15 Milliarden Euro und der Schaffung von 10 000 neuen Arbeitsplätzen im 1. Halbjahr sei diese Branche der "Motor des Fortschritts". Auch habe es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie einen Aufschwung ohne das Zugpferd Autoindustrie gegeben. Das einzige, was derzeit noch fehle, sei: "Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen."</P>

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