Autobranche: Anschub für deutsche Konjunktur

- Frankfurt - Nach dreieinhalb Jahren Einbußen bei den Neuzulassungen von Autos ist die Trendwende in Sicht. Volkswirte erwarten nicht zuletzt durch das geplante Vorziehen der Steuersenkung ein besseres Konsumklima. Zudem hat sich das Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen auf 7,2 Jahre erhöht, was einen hohen Ersatzbedarf aufgetürmt hat. So soll die Autobranche die Initialzündung für den Aufschwung in Deutschland bringen.

<P>"Der Konjunkturaufschwung in Deutschland wird durch die Autobranche eingeleitet", glaubt der Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, Ferdinand Dudenhöffer. Auch der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) ist fest davon überzeugt, dass die Talsohle der Branche durchschritten ist.</P><P>Unterm Strich werden zwar im laufenden Jahr nach Einschätzung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) die Neuzulassungen von Pkw und Kombi mit 3,25 Millionen in etwa auf dem Niveau von 2002 bleiben. Denn nach den ersten sechs Monaten gab es ein Minus von einem Prozent. Dies ist nicht mehr in ein Plus zu verwandeln durch eine anziehende Nachfrage in der 2. Jahreshälfte. Doch nächstes Jahr wird es erstmals seit 2000 wieder Wachstum auf dem inländischen Automarkt geben. Der VDIK erwartet ein Plus von 3,4 Prozent auf 3,35 Millionen Neuzulassungen. Selbst beim Sorgenkind - den Nutzfahrzeugen - soll es leicht aufwärts gehen. "Dies ist eine vorsichtige Prognose, da ist auch noch Luft nach oben drin", betont VDIK-Präsident Volker Lange.</P><P>Branchenbeobachter Dudenhöffer sieht sogar ein Anziehen auf 3,45 Millionen Neuzulassungen 2004 und 3,7 Millionen im Jahr darauf.</P><P>Bislang rettete allein das ungebrochene Interesse der Ausländer an deutschen Fahrzeugen die heimische Schlüsselindustrie. Dank des florierenden Exportgeschäfts stieg die Produktion in der 1. Jahreshälfte 2003 um ein Prozent auf 2,59 Millionen Pkw/Kombi. Für die kommenden Monate richten die Autohersteller wieder das Augenmerk auf Deutschland. Schwung soll auch der Premierensturm bei deutschen Modellen zur Internationalen Automobil-Ausstellung im September bringen.</P><P>Ausländische Hersteller fuhren schon in diesem Jahr auf der Überholspur. Während die Neuzulassungen in den ersten sieben Monaten nach VDIK-Angaben ein Minus von 0,5 Prozent aufwiesen, schafften Importmarken wie Toyota, Mazda, Nissan, Renault, Fiat oder Peugeot ein Plus von 3,3 Prozent.</P>

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