+
Hauptstadt der Autodiebe: Neun Autos wurden 2015 jeden Tag in Berlin geklaut. In ganz Bayern waren es lediglich zwei.

Kfz-Diebstahlstatistik

Autodiebe mögen Geländewagen

  • schließen

München - Mehr als 50 Autos werden jeden Tag in Deutschland gestohlen. Ein trauriger Rekord: Im vergangenen Jahr war der Schaden so hoch wie nie zuvor. Welche Modelle wurden besonders oft geklaut? Wo schlugen die Diebe am häufigsten zu? Und wie können sich Autofahrer am besten schützen?

Innerhalb von Sekunden steigt die Pulsfrequenz. Die Parklücke, in der am Vorabend noch das Auto stand, ist leer. Autodiebstahl. Da sitzt der Schock erst mal tief. 51 Mal pro Tag haben Autodiebe im vergangenen Jahr in Deutschland zugeschlagen. 18 659 kasoversicherte Pkw wurden gestohlen – vier Prozent mehr als 2014. Das geht aus der Kfz-Diebstahlstatistik 2015 hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gestern vorgestellt hat. Im Schnitt lag die durchschnittliche Entschädigung für jeden Diebstahl demnach bei 15 611 Euro – ein neuer Rekord. Der wirtschaftliche Schaden, den Autodiebe 2015 verursachten, wuchs im elf Prozent auf über 291 Millionen Euro (2014: 262 Millionen Euro). Autofahrer, deren gestohlene Fahrzeuge nur haftpflichtversichert waren, wurden allerdings von der Statistik nicht erfasst.

Lieblinge der Diebe

Besonders beliebt bei Autodieben waren im vergangenen Jahr laut GDV-Statistik SUVs: Unter den am häufigsten gestohlenen Modellen finden sich gleich mehrere hochpreisige Geländewagen:

Der Range Rover führt die Liste an. Es folgen BMW X6 (Platz 2), Toyota Lexus RX350 (Platz 3) und Land Cruiser (Platz 4), Audi Q7 (Platz 5 und 6 je nach Motorgröße) und BMW X5 (Platz 8). Komplettiert werden die Top 10 mit dem BMW M3 Coupe (Platz 7), dem Audi S4 (Platz 9) und dem Audi RS5 (Platz 10).

Die beliebtesten Marken unter Autodieben waren 2015 Land Rover und Jaguar. Die sogenannte Diebstahlrate pro 1000 kaskoversichter Autos lag bei Rang Rover bei 5,2, bei Jaguar bei 1,7. In absoluten Zahlen wurden allerdings mit Abstand am meisten Autos der Marke Volkswagen gestohlen – mehr als 5000. Es folgen knapp 3200 Audis, rund 2800 BMWs und etwa 1200 Pkw der Marke Mercedes-Benz. Bei allen anderen Marken lag die Zahl der Diebstähle im vergangenen Jahr weit unter 1000.

Tatort Großstadt

Grundsätzlich ist die Diebstahlgefahr in Großstädten höher als auf dem Land, heißt es beim GDV. Berlin war dabei im vergangenen Jahr erneut die Hauptstadt der Autodiebe. 35 Autodiebstähle kamen hier auf 10 000 kasoversicherte Pkw. In absoluten Zahlen beduetet das: Es wurden 3223 Autos geklaut. Vergleichsweise viele Diebstähle gab es auch in den Großstädten Hamburg (1078), Hannover (281), Leipzig (262) und Dresden (258). In den bayerischen Großstädten München (131) und Nürnberg (43) war die Zahl dagegen – wie bereits in den vergangenen Jahren – vergleichsweise gering.

Überhaupt ist Bayern deutschlandweit das Bundesland mit der geringsten Diebstahlsrate bei Pkw. Sie lag im vergangenen Jahr bei 0,1. Das bedeutet: Ein Diebstahl kam auf 10 000 Pkw. 

Schutz vor Dieben

Hundertprozentiger Schutz ist nicht möglich. Dennoch können es Autofahrer Dieben schwer machen. Ein paar Tipps des ADAC:

-Auch bei kurzen Stopps, etwa an der Tankstelle, den Autoschlüssel abziehen.

-Das Lenkradschloss immer einrasten lassen.

-Fenster und Schiebedach schließen, Türen und Kofferraum zusperren.

-Vorsicht bei Funkschlüsseln. Diebe können mit einem Störsender das Funksignal unterbrechen. Deshalb sollte man sich immer vergewissern, dass das Auto zu ist.

-Den Schlüssel nicht im Mantel an der Garderobe lassen oder in der Kneipe auf den Tisch legen. Ersatzschlüssel nie im Auto deponieren.

-Langzeitparkern empfiehlt der ADAC Parkkrallen und Lenkradsperren. Solche mechanischen Sicherungen schrecken Diebe ab, weil sie Zeit kosten.

-Neben Alarmanlagen kann auch Satellitenüberwachung nützlich sein. Wenn alle Schutzmechanismen versagt haben, kann die moderne Überwachungstechnik helfen, das gestohlene Auto zurückzubekommen. Für relativ wenig Geld gibt es im Elektronikfachhandel GPS-Geräte mit Sendefunktion zu kaufen. Liegen sie im Auto und sind aktiviert, schicken sie ihre aktuelle Position per SMS an den Eigentümer.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Lokführergewerkschaft will Alkoholverbot in Bordrestaurants
Heilbronn - Auf Gewalt und Aggressionen treffen Bahn-Mitarbeiter bei ihrer Arbeit fast jeden Tag. Oft liegt es an alkoholisierten Fahrgästen. Die Gewerkschaft der …
Lokführergewerkschaft will Alkoholverbot in Bordrestaurants
Volkswirte: Arbeitsmarkt trotz Risiken vorerst stabil
Im Februar herrscht auf dem Arbeitsmarkt in der Regel Winterpause - Experten rechnen diesmal allenfalls mit einem leichten Rückgang der Erwerbslosenzahl. Im …
Volkswirte: Arbeitsmarkt trotz Risiken vorerst stabil
Textilkonferenz in Dhaka: Katerlaune statt Feierstimmung
Bangladesch hat zuletzt viele Fortschritte bei der Sicherheit seiner Textilarbeiter gemacht. Auf einem Gipfel sollten sie diskutiert werden. Doch ein anderer Konflikt …
Textilkonferenz in Dhaka: Katerlaune statt Feierstimmung
Arbeiternehmervertreter in Sorge um Jobs bei Stada
Bad Vilbel - Um Stada ringen derzeit drei Finanzinvestoren. Schon in wenigen Tagen könnte sich entscheiden, ob der Arzneimittelhersteller eigenständig bleibt. …
Arbeiternehmervertreter in Sorge um Jobs bei Stada

Kommentare