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Besonders macht sich die Teuerungswelle an der Tankstelle bemerkbar. Aber auch Steuern, Versicherungen und Reparaturen stiegen in den vergangenen Jahren überproportional, rechnet der Autoclub ACE vor.

Autofahren immer teurer - Kosten im Überblick

Stuttgart - Autofahren ist in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Besonders heftig drehen Versicherer und Mineralölkonzerne an der Preisschraube. Die Kosten für einen Pkw im Überblick:

Die Kosten für Autos laufen der allgemeinen Preisentwicklung davon. Wie der Autoclub Europa (ACE) mitteilte, stiegen die Kosten für den Unterhalt von Pkw von 2005 bis 2010 um 41 Prozent stärker als die Kosten der allgemeinen Lebenshaltung. Besonders heftig drehen laut ACE Versicherer und Mineralölkonzerne an der Preisschraube.

Steuer

Alleine die Kosten für die Kfz-Versicherung schossen laut ACE zwischen 2005 und 2010 um 18,2 Prozent nach oben. Fast doppelt so hoch wie der Anstieg der allgemeinen Verbraucherkosten fiel die Preissteigerung bei Kraftstoffen aus. Der sogenannte Kfz-Preisindex sei in dem Zeitraum um 11,6 Prozent gestiegen, während sich die Verbraucherpreise um 8,2 Prozent erhöht hätten. Die Nettolöhne der Arbeitnehmer in Deutschland sanken in dem Zeitraum im Schnitt um 1,2 Prozent, zitierte der ACE aus Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Reparaturen

Auch Reparaturen, Inspektionen, Ersatzteile und Pflegemittel wurden in den vergangenen Jahren deutlich teurer, und zwar um mehr als zehn Prozent. Auch die Preise für Fahrschule und Führerscheingebühr kletterten zwischen 2005 und 2010 um rund zehn Prozent.

Öl und Benzin

Die Preissteigerungen setzten sich im vergangenen Jahr fort. So war 2011 für Autofahrer in Deutschland das bisher teuerste Tankjahr, wie der ADAC zu Jahresbeginn mitgeteilt hatte. Vor allem Dieselfahrer mussten deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bereits 2010 waren die Spritpreise auf Rekordniveau geklettert. 2011 mussten die Verbraucher im bundesweiten Durchschnitt nach Berechnungen des Autoclubs für einen Liter Super E10 1,522 Euro auf den Tisch legen, 11,7 Cent mehr als noch 2010. Stärker ausgeprägt war der Aufwärtstrend beim Diesel. Der ADAC verzeichnete für den Selbstzünderkraftstoff ein Plus von 19,7 Cent auf 1,411 Euro.

Der ACE wies zudem auf die steigenden Ölpreise hin. 2011 habe der Dollar-Preis für die Ölsorte Brent einen Sprung um 41 Prozent gemacht und eine Rekordmarke von im Schnitt 111 Dollar pro Barrel erreicht. Die Gefahr einer weiteren Verteuerung von Mineralöl sehe der ACE auch durch Spekulationen befeuert, die auf eine Schwächung des Euro abzielen.

Was Autofahrer belastet

Kraftfahrzeugsteuer

Bei Pkw bemisst sich die Höhe nach dem Hubraum des Fahrzeugs, der Art des Motors und dem Schadstoffausstoß. Bei Benzinern, die bis zum 4. November 2008 erstmals zugelassen wurden, reicht die Steuer von 6,75 Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum (Euro 3) bis 25,36 Euro – bei Dieselmotoren von 15,44 bis 37,58 Euro. Seit dem 1. Juli 2009 spielt bei Neuwagen der CO2-Ausstoß für die Berechnung eine größere Rolle. Seit Anfang 2012 gilt ein Grenzwert von 110 Gramm pro Kilometer (zuvor 120 Gramm). Wer darunter liegt, wird von der Steuer befreit. Für jedes Gramm oberhalb dieser Schwelle fallen zwei Euro an – zusätzlich zum Kfz-Steuer-Sockelbetrag, der sich aus Kraftstoffart und Hubraum ergibt.

Mineralölsteuer

Beim Tanken an der Zapfsäule kassiert der Staat kräftig mit. Mit einem jährlichen Aufkommen von rund 40 Milliarden Euro stellt die Mineralölsteuer die bedeutendste Verbrauchsteuer dar. Unabhängig vom Preis an der Zapfsäule beträgt die Steuer pro Liter 65,4 Cent bei Benzin/Super und 47 Cent bei Diesel. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent.

Ökosteuer

Mit der Ökosteuerreform verteuerten sich die Kraftstoffe ab April 1999. Der überwiegende Teil der dem Bund zustehenden Ökosteuer-Einnahmen dient zur Entlastung der gesetzlichen Rentenversicherung.

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