Autofahrer sparen an der Tankstelle: Gekauft wird nur noch das Benzin

- München - Die Rohölpreise und mit ihnen auch die Preise für Benzin und Diesel erklimmen immer neue Rekordhöhen. Rohöl ist an vielen weltweiten Warenbörsen so teuer wie seit 20 Jahren nicht mehr. Diese Entwicklung hat vor allem Verlierer: die Autofahrer, die immer tiefer in die Tasche greifen müssen, und die Tankstellenbesitzer, deren Umsätze im wichtigen Shop-Geschäft wegbröckeln. Derweil wird Car-Sharing in Deutschland beliebter.

<P>Tankstellen-Betreiber in Deutschland leiden wegen der hohen Benzinpreise unter Umsatzeinbußen in den Tankstellen-Shops. "Es ist zu spüren, dass die Verbraucher extrem sparen", sagte Sigrid Pook vom Bundesverband Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland (BTG). Über das Ausmaß des Umsatzrückgangs konnte sie keine Angaben machen. "Wenn die Verbraucher den teuren Kraftstoff bezahlen müssen, geben sie das Geld natürlich nicht im Tankstellen-Shop aus", sagte Pook. Schokoriegel und Fruchtgummi blieben zunehmend in den Regalen liegen. Doch nicht alle Tankstellen verzeichneten Umsatzeinbußen. "Die Billig-Tankstellen profitieren momentan."</P><P>In den vergangenen fünf Jahren hätten die Pächter mit ihren Tankstellen-Shops im Schnitt Umsatzzuwächse von 2,5 bis 4 Prozent erzielt. Nur 2003 gab es einen Rückgang um 2,5 Prozent. Die Mini-Supermärkte erwirtschaften im Schnitt knapp die Hälfte des gesamten Tankstellen-Umsatzes.</P><P>Unterdessen wird das Car-Sharing, bei dem sich mehrere Personen ein Fahrzeug teilen, in Deutschland immer beliebter. "Wir konnten im vergangenen Jahr bundesweit einen Zuwachs von 15 Prozent auf 68 500 Kunden verbuchen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Car-Sharing, Birger Holm. Die wirtschaftliche Lage und hohe Spritpreise trügen zu diesem Ergebnis bei. Ziel sei, im laufenden Jahr die Zahl der Kunden auf erheblich mehr als 70 000 zu steigern, sagte Holm.</P><P>Im Durchschnitt werde ein Auto nur rund 45 Minuten am Tag gefahren, sagte Holm. "Es steht mehr als 23 Stunden ungenutzt herum und blockiert oft wertvolle Freiflächen", führte er aus. An diesem Punkt setze das Car-Sharing an. Verträge mit Car-Sharing-Anbietern sehen neben einer Kaution eine Aufnahmegebühr und einen monatlichen Fixbetrag vor. Zusätzlich müsse für das Auto entsprechend der jeweiligen Nutzungsdauer und Streckenlänge gezahlt werden. "Ein Car-Sharing-Auto ersetzt sechs bis zehn Autos", sagte Holm.</P>

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