Wo es für Autofahrer teurer wird

München - Das Jahr 2008 dürfte für Pkw-Halter mehr Kosten bringen. Schuld daran sind nicht nur hohe Kraftstoffpreise. Auch an vielen anderen Stellen wird es für Autofahrer teurer.

Tüv-Gebühren

Die Tüv-Gebühren will das Verkehrsministerium zum 1. Januar 2008 um durchschnittlich 6,5 Prozent erhöhen. Der ACE sprach von geplanten Erhöhungen um bis zu 12 Prozent. "Wir sind gesetzlich dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass der Tüv kostendeckend arbeiten kann", sagte Ministeriumssprecher Sven Ulbrich. Nach seinen Worten soll die Abgasuntersuchung für einen kleinen Benziner in Zukunft 2 Euro mehr kosten, bei Diesel-Pkw ist eine Anhebung um 6 Euro geplant. Die Preise für TÜV-Plaketten sollen - je nach Größe des Autos - um 1,70 Euro bis 4,60 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer steigen.

Wer nach einer Alkoholfahrt seinen Führerschein zurückhaben möchte, soll laut ACE ab dem kommenden Jahr allein für die medizinisch-psychologische Untersuchung etwa 340 Euro zahlen. Den Plänen muss noch der Bundesrat zustimmen.

Bußgelder

Voraussichtlich werden Drängler, Raser und angetrunkene Autofahrer ab Frühjahr oder Sommer 2008 stärker zur Kasse gebeten. Grund sind die geplanten Änderungen des Bußgeldkatalogs, der Straßenverkehrsordnung und des Ordnungswidrigkeitsrechts, die Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee auf den Weg gebracht hat. Drängelei soll beispielsweise künftig mit bis zu 400 Euro statt wie bislang mit 250 Euro geahndet werden. Wer mit mehr als 0,5 Promille am Steuer erwischt wird, muss laut Tiefensee-Plan beim ersten Verstoß mit einer Strafe in Höhe von 500 Euro rechnen. Wiederholungstäter sollen laut ACE bis zu 1500 Euro bezahlen.

Die Verkehrsminister der Länder haben dem Entwurf zugestimmt. Bundestag und Bundesrat wollen sich im kommenden Jahr damit beschäftigen. "Wir rechnen damit, dass die Änderungen im Frühjahr oder Sommer in Kraft treten", sagte Ulbrich.

Falschparken

Städte und Gemeinden sollen künftig Härte zeigen dürfen, wenn ein Autofahrer falsch parkt und damit andere behindert. Höhere Strafen soll es für zugeparkte Feuerwehrausfahrten, U-Bahn-Schächte oder die Störung von Einsatzfahrzeugen geben, wie der ACE mitteilte.

Umweltzonen

"Wer sein Fahrzeug nicht mit einer gültigen Umweltplakette ausstattet, wird einige Großstädte und Ballungsgebiete bald nicht mehr befahren dürfen", teilte der ADAC mit. München gehört dazu. Die Einrichtung von Umweltzonen soll dazu führen, dass weniger gesundheitsschädlicher Feinstaub eingeatmet wird.

Der geplante Systemwechsel bei der KfZ-Steuer wird wohl frühestens 2009 kommen. Als Beitrag zum Klimaschutz soll die Höhe der Kfz-Steuer für Neuwagen dann nicht mehr vom Umfang des Hubraums, sondern von der Menge des C02-Ausstoßes abhängen.

Preiskampf beim Benzin

Der scharfe Preiskampf an den Tankstellen und sinkende Ölpreise entlasten die deutschen Autofahrer derzeit: Sie mussten am Dienstag für den Liter Superbenzin durchschnittlich 1,36 Euro bezahlen, 5,3 Cent weniger als in der Vorwoche. Diesel wurde demnach im selben Zeitraum 2,9 Cent günstiger und kostete im Schnitt 1,29 Euro, wie der ADAC mitteilte. Nach Angaben der beiden größten Tankstellenketten Aral und Shell standen die Preise für Superbenzin und Normalbenzin in mehreren Regionen auch gestern unter Druck. Ein Aral-Sprecher bestätigte, dass am vergangenen Wochenende rund 60 Tankstellen sogar ausverkauft beim Benzin gewesen seien. "Das ist jetzt aber behoben", sagte er. Der Preiskampf begann, nachdem die Ölkonzerne vergangene Woche den Preisabstand zwischen Normal- und Superbenzin verringert hatten. 

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