Autohof neben der Rennstrecke ist oft günstiger als die Raststätte

- Früher wurden sie als Geheimtipp unter Fernfahrern gehandelt. Mittlerweile hat sich auch unter gewöhnlichen Reisenden herumgesprochen, dass auf den Autohöfen neben den Autobahnen Tanken und Rasten günstiger sein kann als auf den Raststätten. Und das Angebot ist oftmals reichhaltiger als auf den früher bundeseigenen Autobahnraststätten.

<P>Autohöfe und Raststätten ringen um die Gunst und das Geld der Auto- und Berufskraftfahrer. Die in den vergangenen Jahren an vielen Ausfahrten gebauten Autohöfe wollen den direkt an der Fahrbahn gelegenen Raststätten das Leben schwer machen.<BR><BR>Die Höfe auf der "grünen Wiese" versprühen oftmals "Industriegebiets-Charme" und versuchen mit Großtankstellen, Restaurants und Fast-Food-Lokalen den Raststätten die fahrende Kundschaft abzuwerben.<BR><BR>"Die bundesweit rund 150 Autohöfe sind ernsthafte Konkurrenten der Raststätten", sagt der Geschäftsführer der Vereinigung Deutscher Autohöfe (VEDA), Ben Schumacher. Seit 1993 habe sich deren Zahl etwa verdoppelt, 2002 seien insgesamt rund 95 Millionen Kunden bedient worden. Viele Gäste kämen unter anderem wegen der niedrigeren Preise. "Kraftstoff kostet je Liter 1,5 bis 1,8 Cent weniger, die Restaurants sind im Schnitt 15 Prozent billiger als die in Raststätten." Außerdem hätten die angesiedelten Schnellimbiss-Ketten das Geschäft auf den Höfen sehr belebt und insbesondere Familien und junge Menschen angelockt.<BR><BR>Beim Raststätten-Marktführer Tank & Rast wird die Konkurrenz sehr gelassen betrachtet. Der Verwalter von rund 340 Tank- und Raststätten mit über 12 000 Beschäftigten stuft die Autohöfe nur als "normale und gesunde" Konkurrenz ein. Mit 450 Millionen Kunden pro Jahr und etwa 3,3 Milliarden Euro Umsatz ist Tank & Rast ganz klar die "Nummer 1" an den Autobahnen. Den von der VEDA propagierten Preisvorteil bezeichnet Tank & Rast-Sprecher Peter Markus Löw als "spekulativ" und verweist lieber auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis seiner 1998 privatisierten Gesellschaft.<BR><BR>"Unsere Raststätten sind für alle Gruppen von Kunden da - egal ob Familien, Lkw-Fahrer oder Geschäftsreisende", sagt Löw. Im Gegensatz zu vielen Autohöfen hätten die Raststätten rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Die Autohöfe dagegen hatten nach eigener Aussage in ihrer Anfangszeit vorwiegend Lastwagenfahrer im Blick, deshalb die großen Parkplätze und die Tankstelle. Heute gibt es auf acht von zehn Autohöfen auch Fast-Food-Lokale.<BR><BR>Aber es geht auch billiger: Viele Reisende haben offenbar häufiger ein Butterbrot und die Thermoskanne im Gepäck, Berufskraftfahrer legen bevorzugt ihren Tankstopp im günstigeren Ausland ein. "Die Autohöfe haben 2002 rund 86 Millionen Euro weniger umgesetzt", sagt Schumacher, ohne einen Gesamtumsatz zu nennen.<BR><BR>Gegen die schweren Zeiten setzen Raststätten und Autohöfe auf die gleichen Konzepte: Tagungsräume, Hotels und Zusatzangebote. So will etwa Tank & Rast langfristig 80 Tagungszentren bauen und für ihre 55 Hotels große Ketten als Partner gewinnen.<BR><BR>Im "Raststättentest 2002" des ADAC schnitten die Autohöfe schlechter als die Autobahnraststätten ab: "Für Familien mit Kindern sind Autohöfe nur selten wirklich empfehlenswert." Es gebe zu wenig Verkehrssicherheit, keine Angebote für Erholung und Spiel sowie mangelhafte Hygiene. <BR><BR>Wer aber nur eine herzhafte Mahlzeit suche, für den lohne sich ein Abstecher von der Autobahn weg. Das schlechte Ergebnis der Autohöfe habe sich aber im neuen Test, der heute veröffentlicht wird, gebessert, hieß es bei dem Automobilclub.</P>

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