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BMW enttäuscht die Börsen

Trotz Umsatz-Rekord

Warum BMW die Börsen enttäuscht

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München - BMW schließt das Jubiläumsjahr 2016 mit Rekorden bei fast allen Kennzahlen ab. Doch die Aktie fällt deutlich ins Minus: Die Börsen hatten mehr erwartet.

Das siebte Rekordjahr in Folge sollte für Eigentümer von Unternehmen eigentlich ein Grund zur Freude sein. Als BMW am Donnerstag seinen Aktionären Bestwerte bei fast allen Kennwerten meldete und gleichzeitig eine steigende Dividende, reagierten sie verschnupft. Die Aktie gab spontan um zeitweise vier Prozent nach und konnte auch am Nachmittag nicht mehr viel Boden gutmachen.

Dabei sieht auf den ersten Blick alles glänzend aus: Allein die Marke BMW hat 2016 erstmals über zwei Millionen Autos verkauft, genau waren es 2.003.233 – 5,2 Prozent mehr als 2015. Mit Mini und Rolls-Royce lag der Zuwachs sogar bei 5,3 Prozent auf 2.367.603. Auch der Motorrad-Absatz kletterte – um 5,9 Prozent auf 145.023 Stück.

Der Umsatz erreichte den Rekordwert von 94,2 Milliarden Euro (plus 2,2 Prozent). Beim Überschuss stand ein Plus von 8,0 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Die Dividende für die BMW-Stammaktie soll von 3,20 Euro auf 3,50 Euro steigen, beschloss der Aufsichtsrat.

Was also sind die Haare in der Suppe, die viele Aktionäre umgehend zurückgehen ließen?

Beim Absatz nun hinter Mercedes

Harald Krüger

Da ist an erster Stelle das Betriebsergebnis, das um 2,2 Prozent zurückging auf 9,4 Milliarden Euro. Am Kerngeschäft Auto und Motorräder hat BMW weniger verdient. Das wird aber relativiert, wenn man das Finanzergebnis einrechnet, in dem sich unter anderem das China-Geschäft verbirgt. Das liegt mit 4,8 Prozent im Plus bei 9,7 Milliarden Euro.

Wichtiger ist: Die Marke BMW ist beim Absatz hinter Mercedes zurückgefallen. Und auch die Ergebnismarge lag mit 8,9 Prozent bei den Autos hinter der von Mercedes (9,1 Prozent). Wer mit Tempo 230 auf der Autobahn unterwegs ist und von einem anderen mit 240 überholt wird, ist halt relativ langsam.

Hinzu kommt ein zurückhaltender Ausblick. „Wir streben im neuen Jahr einen leichten Zuwachs der Auslieferungen auf einen neuen Höchstwert an“, sagte der Vorstandsvorsitzende Harald Krüger. Also ein neuer Rekord, aber eben nicht der brachiale Wille, Mercedes mit Tempo 250 auf die rechte Spur zu zwingen.

Trotzdem: Die langfristige Perspektive stimmt

Das alles ist nichts, was die große Zahl der Anteilseigner begeistert. Allerdings muss BMW darauf auch nicht so viel Rücksicht nehmen wie andere Unternehmen. Die beiden entscheidenden Miteigner, Susanne Klatten und Stefan Quandt, halten unabhängig davon an BMW fest. Für sie sind die kurzfristigen Kurs-Ausschläge weniger wichtig als die langfristigen Perspektiven.

Und da steht BMW nicht schlecht da. Etwa im Hinblick auf die Elektrifizierung mit einer Palette an Plugin-Hybriden quer durch fast alle Baureihen und ab 2019 auch mit batterieelektrischem Antrieb in Autos ohne i. Und gerade wird viel Geld ins autonome Fahren gesteckt, das erst im nächsten Jahrzehnt Gewinne abwerfen kann, wenn der iNext, der dann i20 heißen soll, verkauft wird. In allen entscheidenden Fragen werden die Karten gerade neu gemischt.

Und neben den Aktionären kommt es für die Zukunft auch auf die 124.729 BMW-Mitarbeiter an, denen von ihrem Unternehmen mehr abverlangt wird als bei den Konkurrenten – aber auch mehr gegeben. Von der „höchsten Erfolgsbeteiligung im Wettbewerbsvergleich“ sprach Krüger gestern. Die konkreten Zahlen überlässt er dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Manfred Schoch, der sie heute auf einer Betriebsversammlung bekannt geben wird. Im letzten Jahr waren es für Mitarbeiter der Gehaltgruppe 5 (Facharbeiter) 8.375 Euro.

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