Autoversicherung wechseln und die Hälfte der Prämie sparen

- Auto-Versicherungen werden billiger. Doch das gilt nur für Fahrzeughalter, die sich darum kümmern. Denn die Gesellschaften werden wenig tun, um ihren Bestandskunden die neuen günstigeren Tarife aufzudrängen. Wer billiger fahren will, muss zum Wechsel bereit sein oder beim bisherigen Partner nachhaken. Denn günstige Preise hat der Vertreter im Computer - damit hausieren geht er in der Regel nicht.

Leicht hat es der Kunde bei der Auswahl gegenüber früheren Zeiten nicht: Eine Leistungklasse, der Ort, dazu vielleicht einen spürbaren Nachlass für Beamte und den Schadenfreiheitsrabatt - und schon konnte man den Preis ablesen. Das war einmal. Jedes Auto wird heute nach Haftpflicht, Teil- und Vollkasko getrennt in Typklassen eingestuft. Das Gleiche passiert mit den Regionen.

Eigenheim spart Prämie

Doch auch daraus lässt sich noch kein Tarif errechnen. Denn es kommt auf eine ganze Menge anderer Faktoren an: Wohnen Sie im eigenen Haus? Das ergibt 10 Prozent Rabatt. Selbst ein abgeschlossener Bausparvertrag kann schon einen Nachlass ermöglichen. Fahren Sie mehr als 35 000 Kilometer im Jahr? Dafür beträgt der Aufschlag 25 Prozent. Lassen Sie den 18-jährigen Sohn ans Steuer? Kostet 30 Prozent zusätzlich. Ein Neuwagen-Fahrer zahlt weniger als der Käufer eines Gebrauchten. Das Auto ist in der Garage billiger versichert als unter der Laterne.

Kuh und Wildschaden?

Und als ob damit ein Vergleich nicht schon schwer genug wäre, unterscheiden sich die Leistungen erheblich. Zählt nur das überfahrene Reh zum versicherten Wildschaden oder auch eine Kuh? Sind Marderbisse mitversichert oder der Mietwagen im Ausland?

Über 50 Prozent sparen?

Die Unterschiede sind mittlerweile so groß, dass selbst die Stiftung Warentest das nicht mehr auf einfachen Tabellen in einer Rangfolge darstellen kann. Sie hat in Finanztest die Autoversicherer unter die Lupe genommen und Unterschiede nur noch in Tendenzaussagen gewagt: Wie verhält sich das Beitragsniveau im Verhältnis zum Durchschnitt? Was wird dafür geboten? Es ist also selbst für Tüftler nicht mehr leicht, sich einen Überblick zu verschaffen. Dafür wurden in "Finanztest" einige Beispielfälle aufgelistet, wie sie rechts in unseren Tabellen dargestellt sind. Dabei lässt sich entnehmen, dass einzelne Autofahrer im Jahr durchaus mehrere hundert Euro oder bei höheren Prämien weit über 1000 Euro sparen können. In fast jedem Fall kostet der teuerste Vertrag mehr als doppelt so viel wie der günstigste.

Hilfe im Internet

Zur Vorbereitung eines Wechsels gibt es zwei Möglichkeiten: Man lässt sich im Internet - etwa unter www.financescout24.de - kostenlos günstige Tarife berechnen. Allerdings muss man dazu eine Reihe persönlicher Daten und die Adresse angeben. Diskretion ist Glückssache. Oder man lässt sich unter www.finanztest.de/analysen für 16 Euro günstige Angebote ermitteln.

Nach Billigtarif fragen

Man kann natürlich auch auf eigene Faust Angebote einholen. Treue Kunden einer Gesellschaft können aber auch einfach nach günstigen Angeboten fragen. Die Gothaer hat einen Spartarif, die Allianz einen günstigen Kompakttarif und auch einen Internet-Tarif.

Doch kommt nicht für jeden jeder Tarif in Frage. Wer Rat durch einen Außendienstmitarbeiter erwartet, wird mit dem meist günstigen Internet-Tarif von Huk24 kaum glücklich werden.

Kasko nicht verpflichtend

Auch sollte man klären, ob die neue Versicherung einen aufnimmt - nur bei der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung ist sie verpflichtet, jeden Antrag anzunehmen. Wenn das geklärt ist, muss man auf die Frist bei einer ordentlichen Kündigung - einen Monat vor Vertragsablauf - achten. In der Regel muss die Kündigung bis Ende November vorliegen.

Außerordentlich kündigen kann man nach einem Schaden (dabei riskiert man den Verlust gezahlter Beiträge), nach einer einseitigen Beitragserhöhung durch den Versicherer (einen Monat nach Zugang der Mitteilung) oder bei Zulassung eines neuen Wagens (wenn der alte nicht zugelassen bleibt).

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