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Das Unternehmen reagiert mit den Stellenstreichugnen auf das rückläufige Industriegeschäft.

Schwächelnde Industriesparte

Autozulieferer Schaeffler streicht weitere 500 Jobs

Herzogenaurach - Die erste Welle hatte bereits 500 Jobs gekostet. Dabei soll es aber nicht bleiben: Um seine Industriesparte profitabler zu machen, steht beim Wälzlagerhersteller Schaeffler schon der nächste Stellenabbau an.

Der Autozulieferer Schaeffler verschärft nach weiteren Umsatzverlusten die Sanierung seiner schwächelnden Industriesparte. Das fränkische Unternehmen will in nächster Zeit weitere 500 Arbeitsplätze im Industriebereich abbauen, wie Vorstandschef Klaus Rosenfeld am Mittwoch in Herzogenaurach ankündigte. Betroffen seien vor allem Verwaltungsjobs in europäischen und amerikanischen Werken.

Mit den jüngsten „Effizienzmaßnahmen“ will der Vorstand die Herstellungs- und Verwaltungskosten senken, um den Industriebereich wieder profitabler zu machen. In den nächsten drei Jahren solle so „das Ergebnis der Industriesparte um rund 60 Millionen Euro verbessert werden“, kündigte Rosenfeld an.

Rosenfeld begründete die Einschnitte mit der weiter schwierigen Marktlage: Das Geschäft mit großen Industrielagern, etwa für Öl- und Gasförderpumpen und Züge, sei von Nachfragerückgängen und Preisverfall geprägt. „Wir müssen uns daher fragen, ob unsere Industriekapazitäten richtig dimensioniert sind“, erläuterte er.

In der ersten Welle bereits 500 Plätze gestrichen

In einer ersten Welle hatte der Wälzlagerhersteller bereits 500 Arbeitsplätze am Standort Schweinfurt gestrichen. Das Programm beginne inzwischen zu greifen, reiche aber nicht aus, sagte der Schaeffler-Chef. „Da müssen wir jetzt grundsätzlich reagieren.“

Derweil setzte sich die seit längerem anhaltende Talfahrt der Industriesparte fort, die ein Viertel zum Konzernumsatz beiträgt. Im dritten Quartal sank der Umsatz der Sparte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,8 Prozent auf 741 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern ging sogar um fast ein Drittel auf 53 Millionen Euro zurück.

Konzernweit blieb Schaeffler wegen des weiter rund laufenden Autogeschäfts aber auf Wachstumskurs. Der Konzernumsatz stieg in den ersten neun Monaten um 0,2 Prozent auf 9,977 Milliarden Euro, der operative Gewinn um 2,0 Prozent auf 1,276 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben dem Konzern Ende September 672 Millionen Euro (plus 29 Prozent). Trotz der Probleme in der Industriesparte hält der Vorstand an seiner Prognose für 2016 fest.

Derweil will sich Schaeffler mit einem neuen Konzept auf den bevorstehenden Wandel in der Autoindustrie einstellen. Unter dem Titel „Mobilität von morgen“ wollen sich die Franken vor allem auf Module und Systeme für E-Autos konzentrieren. Das Unternehmen will in den kommenden Jahren rund 500 Millionen Euro in „das Thema E-Mobilität“ investieren. Rosenfeld geht davon aus, dass von 2020 an die Zahl der produzierten Hybrid- und Elektrofahrzeuge deutlich wachsen wird.

dpa

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