Avcraft: Insolvenz-Verfahren offiziell eröffnet

- Oberpfaffenhofen - Es sieht nicht besonders gut aus für die Reste von Dornier: Drei Monate nach der Pleite von Avcraft, dem Unternehmen, das die erfolgreiche "kleine" 328-Baureihe des letzten deutschen Verkehrsflugzeugbauers Dornier fortführen wollte, ist das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet worden. Von einem Ende aber will Insolvenzverwalter Martin Prager indes nichts wissen. "Für die Mitarbeiter wird sich vorerst nichts ändern." Prager setzt weiter auf Verhandlungen mit potenziellen Investoren.

"Wer jetzt schon den Abgesang anstimmt, ist zu früh dran", sagt der Anwalt, der die Geschicke des insolventen Flugzeugbauers weiter leitet. "So lange ich Geld habe, geht es auch weiter." Für Juni ist für die 190 verbliebenen der ursprünglich 345 Avcraft-Mitarbeiter der Lohn gesichert. Immerhin liegen Aufträge für die Wartung von vier Maschinen vor.<BR><BR>Ob es aber eine langfristige Perspektive für das 328-Programm gibt, bleibt vorerst unklar. "Ich rede prinzipiell nicht über laufende Verhandlungen", sagt der Verwalter zum Thema mögliche Investoren. Allerdings haben bereits nach der Insolvenz von Fairchild-Dornier zahlreiche ehemalige Konkurrenten zunächst Interesse bekundet, aber schließlich doch abgesagt. So lassen auch Pragers Worte viel Interpretationsspielraum: Es sei nicht so, "dass keine Hoffnung mehr besteht".<BR><BR>Avcraft ist die deutsche Tochter des gleichnamigen US-Flugzeugausrüsters, der das 328-Programm übernehmen wollte, seine finanziellen Zusagen aber nicht eingehalten hat. Wird kein Investor gefunden, droht dem 328-Programm das gleiche Schicksal wie dem 728-Programm, das von der chinesischen D'Long-Gruppe übernommen wurde, die bereits 2004 in die Pleite rutschte.<P> </P>

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