Axel Rückert neuer Chef des Mobilfunkanbieters debitel

- Stuttgart - Der Mobilfunkanbieter debitel hat einen neuen Chef und baut seinen Vorstand um. Axel Rückert ist neuer Vorstandsvorsitzender des Telekommunikationskonzerns, teilte das Unternehmen am Montag in Stuttgart mit. Der bisherige Chef Paul Stodden (59) scheide auf eigenen Wunsch aus. Der ebenfalls 59 Jahre alte Rückert war bisher Leiter der debitel-Auslandsgesellschaften in Frankreich und den Niederlanden und zuvor Vorstandsvorsitzender des internationalen IT-Dienstleisters Getronics und der Sparte Consumer Communications von Philips.

"Paul Stodden hat die erste Phase der Neuausrichtung des Unternehmens in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich vorangetrieben", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hellmut Albrecht. Das Unternehmen werde in seiner Entwicklung im sehr dynamischen Telekommunikationsmarkt nun in eine neue Phase eintreten. Bereits seit Ende Mai sei Maarten Henderson Finanzvorstand, bis die Position spätestens Anfang 2007 von Joachim Preisig übernommen werde. Preisig ist bisher Konzerncontrolling-Leiter der Deutschen Telekom AG.

"Wir werden nun prüfen, wie wir unsere Situation verbessern können", sagte Rückert der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. Möglichkeiten sieht der Manager etwa bei den Verträgen mit den Vertriebspartnern und Netzbetreibern. Zu einem möglichen Stellenabbau sagte Rückert: "Im Augenblick ist nichts entschieden." Die Zahl der debitel-Mitarbeiter sank im vergangenen Jahr um 200 auf nun 2400.

Wie der Aufsichtsratsvorsitzende Hellmut Albrecht weiter mitteilte, ist seit Ende Mai Maarten Henderson Finanzvorstand, bis die Position spätestens Anfang 2007 von Joachim Preisig übernommen werde. Preisig ist bisher Konzerncontrolling-Leiter der Deutschen Telekom AG. Vom 1. August an besetze der heutige McKinsey-Partner Oliver Steil den Vorstand Marketing und Vertrieb der debitel AG, sagte Albrecht weiter. Der Vorstand Kunden und Operations, Christian Friege, bleibe im Amt.

Anfang dieses Monats hieß es bereits aus Branchenkreisen, dass der Finanzinvestor Permira den Mobilfunkanbieter mit einem umfassenden Vorstandsumbau auf mehr Profit trimmen wolle. Zwischen den Planzahlen von Permira und dem Ergebnis für 2005 habe es eine deutliche Lücke gegeben. Der für dieses Jahr geplante Börsengang von debitel sei deshalb auf Eis gelegt worden.

Nach Angaben von Rückert will sich Permira mindestens zwei bis drei Jahre bei debitel engagieren. In den kommenden vier bis sechs Wochen wolle debitel die Erwartungen für die Jahre 2007 und 2008 festlegen. Dazu gehörten auch die Perspektiven für die drei neuen Geschäftsfelder, debitel light, DSL und Handy-TV. "Wenn es zu lange dauert, bis wir in diesen Bereichen die Gewinnzone erreichen, werden wir uns Partner suchen", sagte Rückert.

debitel ist nach eigenen Angaben mit mehr als 8,7 Millionen Kunden der größte Mobilfunkanbieter Deutschlands. Das Unternehmen kam 2006 auf einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro.

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