Azubi-Mangel

Bayerns Betriebe planen weniger Lehrstellen

München - Bayerische Betriebe sind im vergangenen Jahr auf mehr als 10 000 offenen Lehrstellen sitzen geblieben. Die bayerischen IHKs verzeichneten bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ein Minus von 1,7 Prozent.

Das ergab eine Umfrage der IHKs unter 2366 Betrieben. Viele Unternehmen ziehen nun Konsequenzen – unter anderem wollen sie weniger Lehrstellen anbieten.

Immer mehr Ausbildungsplätze – immer weniger Bewerber. Aus Sicht der Jugendlichen könnte sich der Ausbildungsmarkt nicht besser entwickeln. In Bayern kommen auf 100 Bewerber 125 Stellen. Die Folge: Viele Betriebe können ihre Lehrstellen nicht mehr besetzen – nun wollen sie gegensteuern. „Die Unternehmen finden immer weniger geeignete oder überhaupt keine Interessenten für ihre Stellen. Daher planen sie ihr Ausbildungsangebot für 2013 verhaltener“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages. „Ein fataler Trend, denn die Unternehmen brauchen den Nachwuchs, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“

Rund ein Fünftel der Betriebe will 2013 weniger Ausbildungsplätze anbieten. Besonders betroffen vom Azubi-Mangel sind die Branchen Industrie, Handel und Dienstleistung. Im Gastgewerbe konnten 56 Prozent der Betriebe ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen. Berufe wie Koch, Hotelkaufmann oder Kaufmann für Systemgastronomie sind äußerst unbeliebt. Die meisten Stellen blieben allerdings in den Berufen Einzelhandelskaufmann und Verkäufer unbesetzt. Auch 25 Prozent der Stellen im Baugewerbe blieben offen. Außerdem weit vorne in der Liste der unbeliebtesten Berufe: Bäcker und Metzgereifachverkäufer.

Besserung ist vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung nicht in Sicht. Laut Berechnungen des Kultusministeriums gehen die Zahlen der Schulabgänger künftig rapide zurück. Immer mehr Betriebe ziehen Konsequenzen. Sie bieten nicht nur weniger Lehrstellen an. „Es steigt auch die Bereitschaft, bewusst leistungsschwache Jugendliche einzustellen“, erläutert Driessen. Es gibt immer noch zahlreiche Schulabgänger, die keine Ausbildung starten. Sie sollen im Zeichen der Fachkräftesicherung mobilisiert werden.

Doch all das wird nicht reichen. Das weiß auch Driessen. Die Fachkräftesicherung bestehe aus vielen Bausteinen, betont er. Ausländische Fachkräfte gewinnen an Bedeutung, Weiterbildung und Teilzeitausbildung bieten Chancen, und ältere Arbeitnehmer werden immer wertvoller.

Manuela Dollinger

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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