Bafin: Lange Ermittlung im Fall Deutsche Börse

- Frankfurt - Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) rechnet mit langwierigen Ermittlungen wegen des angeblich abgestimmten Verhaltens ausländischer Hedgefonds bei der Deutschen Börse. Eine Behördensprecherin sagte der "Welt am Sonntag", die Prüfung der Vorgänge bei der gescheiterten Übernahme der Londoner Börse werde noch Wochen dauern. Bafin-Chef Jochen Sanio hatte erklärt, dass es Anhaltspunkte für eine gezielte Absprache der Investmentgesellschaften gebe, um das Vorhaben zu blockieren.

Die Sprecherin sagte, dies bedeute nicht, dass die Prüfung weit fortgeschritten sei. Es gebe lediglich die Befürchtung, dass eine Absprache stattgefunden haben könne.<BR><BR>Aktionärsschützer forderten Sanio auf, seine Vorwürfe schnell zu belegen. "Die Bafin muss bis zur Hauptversammlung der Börse eindeutig Klarheit schaffen", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Klaus Nieding, dem "Focus". Sonst drohten auf dem Aktionärstreffen am kommenden Mittwoch Anfechtungsklagen. Die Fonds könnten klagen, wenn ihnen Aufsichtsratschef Rolf Breuer das Stimmrecht entzieht. Die Kleinaktionäre könnten demnach klagen, wenn die Fonds trotz der Vorwürfe mitstimmen dürfen.<BR><BR>Unterdessen kommt die Neubesetzung des Aufsichtsrates des Unternehmens voran. Aufsichtsratschef Rolf Breuer werde zur Hauptversammlung eine Liste mit vier Kandidaten vorlegen, die das Kontrollgremium verlassen, hieß es in Aufsichtsratskreisen. "Wie der Aufsichtsrat neu bestellt wird, ist aber noch völlig offen."

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