BaFin-Chef Sanio streitet mit Personal

- Bonn - Der durch den Korruptionsskandal in seiner Behörde unter Druck geratene Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, ist mit dem Personal seines Hauses in einen offenen Konflikt geraten. Sanio habe dem Personalrat aber "nicht den Krieg erklärt", wie dies in Berichten dargestellt worden sei, erklärte ein BaFin-Sprecher in Bonn.

Sanio habe vielmehr die ablehnende Haltung des Personalrats zur Bewertung interner Arbeitsabläufe "als Kriegserklärung an ihn" aufgefasst. Dies habe er dem Personalrat in einer Sitzung auch so mitgeteilt. Mit der Betrugsaffäre habe der Vorgang direkt nichts zu tun.

"Es gibt keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Personalrat mehr. Das wars", wurde Sanio im "Handelsblatt" aus der aktuellen "PR-Info" des Personalrats zitiert. "Wir wundern uns auch, dass uns von Herrn Sanio wortwörtlich der Krieg erklärt wurde", heißt es in dem Mitteilungsblatt an die rund 1500 Mitarbeiter, dessen Inhalt der dpa vom Personalrat bestätigt wurde. Das Papier gebe einen "Einblick" in die offenbar chaotischen Verhältnisse innerhalb der Bundesbehörde, hieß es im "Handelsblatt".

Das Bundesfinanzministerium wird nach Informationen der Zeitung die Mitglieder des Finanzausschusses am nächsten Mittwoch zur Betrugs- und Korruptionsaffäre in der Bundesbehörde unterrichten. Die BaFin ist dem Finanzministerium unterstellt. In einem Gutachten waren Sanio Versäumnisse bei der Kontrolle der Behörde vorgeworfen worden, die vom Ministerium als "sehr ernst" eingestuft wurden. Eine Sitzung des Verwaltungsrates der BaFin, bei der es um das Amt Sanios gehen könnte, ist für den 26. September geplant.

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