Bagatellschäden bei Autounfällen: Was danach zu tun ist

- Irgendwann passiert es selbst dem umsichtigsten Fahrer: Eine Unachtsamkeit, ein Fahrfehler und es scheppert _ ein Autounfall. Gerade bei kleineren Blechschäden im Stadtverkehr weiß dann aber so mancher nicht, wie er sich zu verhalten hat. Muss die Polizei gerufen werden? Welche Angaben braucht man vom Unfallgegner?

<P>Kommt die Polizei?</P><P>Grundsätzlich nimmt die Polizei nur noch Autounfälle mit schweren Sachschäden oder Verletzten auf. Wenn sie gerufen werden, kommen die Beamten freilich auch bei kleineren, so genannten Bagatellschäden. In der Regel müssen sich die Beteiligten in diesen Fällen vor Ort aber selbst um alles kümmern. Dabei ist es für Laien nicht immer ersichtlich, wann überhaupt ein Bagatellschaden vorliegt. "Um einen Bagatellunfall handelt es sich, wenn der Schaden bis zu etwa 2500 Euro beträgt", erklärt Jochen Hövekenmeier vom Automobilclub von Deutschland (AvD). "Zum Beispiel, wenn es sich nur um eine Beule im Kotflügel oder eine kaputte Lampe handelt." Tückisch hierbei: Der Schaden ist äußerlich nicht immer zu sehen, da intakte Kunststoffhüllen innere Brüche verdecken können.<BR><BR>Sichern & Fotos</P><P>Zunächst einmal ist bei einem Bagatellunfall die Unfallstelle durch ein Warndreieck und die Warnblinkanlage zu sichern. Dann sollten Fotos von der Unfallstelle geschossen werden. "Vier bis fünf Bilder aus verschiedenen Perspektiven reichen aus", sagt Markus Schäpe vom ADAC. Ist keine Kamera greifbar, reichen auch Skizzen. Auf der sicheren Seite ist, wer außerdem, Name, Anschrift und Telefonnummer von Zeugen notiert. Danach muss die Unfallstelle geräumt werden, um den Verkehr nicht weiter zu behindern. <BR><BR>Unfallbericht</P><P>"Beide Parteien sollten dann einen vorgedruckten Unfallbericht ausfüllen", empfiehlt Markus Schäpe weiter. Diese standardisierten Bögen sind kostenlos bei Automobilclubs (ADAC, AvD) oder Versicherungen erhältlich. Die Beteiligten nehmen jeweils ein unterschriebenes Exemplar mit nach Hause. "Hat man keinen Unfallbericht zur Hand, sollten die Unfallparteien die wichtigsten Daten auf einem Schmierzettel austauschen", so Schäpe. Das sind Name, Adresse, Auto-Kennzeichen, Name der Versicherung und Versicherungsnummer. Auf keinen Fall sollte ein Schuldgeständnis unterschrieben werden! Auch dann nicht, wenn man sich selbst als Unfallverursacher sieht.<BR><BR>Keiner da?<BR><BR>Ratlos sind Autofahrer auch, wenn sie mit ihrem Wagen ein stehendes Auto beschädigen und dessen Eigentümer nicht vor Ort ist. Klassisches Beispiel: der Parkplatz am Bahnhof oder Supermarkt. Wer dann einfach nur einen Zettel hinter den Scheibenwischer klemmt und sich aus dem Staub macht, begeht Fahrerflucht. Vielmehr ist gesetzlich vorgeschrieben, eine "angemessene Zeit" vor Ort zu warten. Wie lang genau, ist nicht eindeutig festgelegt. "Es sollte aber mindestens eine halbe Stunde sein", meint Markus Schäpe. Ist dann der andere Fahrzeugbesitzer immer noch nicht aufgetaucht, sollte man eine Nachricht mit den eigenen Kontaktdaten hinterlassen und auf direktem Weg zur nächsten Polizeidienststelle fahren.<BR><BR></P>

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