+
Gleise, Weichen, Signale: Die Bahn investiert dieses Jahr die Rekordsumme von 7,5 Milliarden Euro. Foto: Hendrik Schmidt

Einschränkungen für Reisende

Bahn baut in diesem Jahr für 7,5 Milliarden Euro

Neue Gleise, Weichen und Signale: Auf dem deutschen Schienennetz gibt es in diesem Jahr bis zu 850 Baustellen pro Tag. Auch in den nächsten Jahren will der Konzern den Sanierungsstau angehen.

Berlin (dpa) - Die Bauoffensive bei der Deutschen Bahn führt auch in diesem Jahr für Fahrgäste zu Einschränkungen auf wichtigen Strecken. Der Bundeskonzern investiert die Rekordsumme von 7,5 Milliarden Euro in das deutsche Schienennetz.

Das sind 200 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, wie das Bundesunternehmen am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. In der Summe sind 2,3 Milliarden Euro für den Neu- und Ausbau der Strecken enthalten.

Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla versprach den Kunden mehr Qualität, mehr Kapazität und mehr Digitalisierung. "Das sind die Wege, um die Schiene zur ersten Wahl für Mobilität in Deutschland zu machen." Die Bahn arbeite hart daran, sieben Millionen Menschen sowie Güterzüge täglich sicher und zuverlässig ans Ziel zu bringen.

Ohne Umwege und längere Fahrtzeiten auf den Baustrecken ist das aber nicht zu erreichen. In Spitzenzeiten soll es 850 Baustellen pro Tag geben. Um die Folgen zu beschränken, werden die Bauvorhaben zu 66 Komplexen gebündelt, sogenannte Korridore. So soll die mehrmalige Sperrung derselben Strecke vermieden werden.

Besonders betroffen sein werden Kunden durch Arbeiten auf den Strecken Bremen-Münster (Mai bis November), Hannover-Würzburg (August bis Oktober), Frankfurt/Main-Heidelberg-Karlsruhe (April bis Juni), Wolfsburg-Stendal-Berlin (Mai bis November), Erfurt-Nürnberg (Juni bis Dezember) und Nürnberg-Würzburg-Frankfurt/Main (April bis Juni).

"Alle Informationen dazu sind seit Monaten in den Informations- und Buchungssystemen der Bahn hinterlegt", betonte Pofalla. "Damit sind die Reisen mit der Bahn für unsere Kunden trotz der Bauarbeiten zuverlässig planbar." Er verwies auf 2016, als trotz gestiegener Baustellenzahl die baubedingten Verspätungen zurückgegangen seien.

Das seit 2015 laufende Modernisierungsprogramm für das Schienennetz umfasst 28 Milliarden Euro bis zum Jahr 2019. Davon kommen 20 Milliarden Euro vom Eigentümer Bund und 8 Milliarden Euro aus Eigenmitteln der Bahn. Weitere 7 Milliarden Euro gibt der Bund für den Neu- und Ausbau von Strecken. Höhepunkt ist in diesem Jahr im Dezember die Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Berlin-München, die die Fahrtzeit zwischen beiden Städten um zwei Stunden verkürzt.

In diesem Jahr werden auf dem 33 000 Kilometer langen Netz insgesamt 1650 Kilometer Gleise erneuert, außerdem 1800 Weichen und 4600 Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik. Zu den 10 000 Ingenieuren bei der Bahn sollen in diesem Jahr 1000 hinzukommen. Man baue mit Bedacht und nicht auf Teufel komm raus, betonte das Unternehmen. Die Nebenwirkungen für die Kunden sollten so gering wie möglich gehalten werden.

Bahn-Pressemitteilungen

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dax schließt unter 13 000 Punkten
Frankfurt/Main (dpa) - Die Rekordfahrt am deutschen Aktienmarkt ist am Donnerstag ausgebremst worden. Händler nannten als Grund vor allem Gewinnmitnahmen, nachdem die …
Dax schließt unter 13 000 Punkten
Preise für Nordsee-Krabben fallen
Ein Krabbenbrötchen für zehn Euro? Die Zeiten sollten erst einmal vorbei sein. Seit dem Herbsttief "Sebastian" Mitte September sind die Nordsee-Krabben wieder da. Und …
Preise für Nordsee-Krabben fallen
Air Berlin: Bund will mehr soziales Engagement der Lufthansa sehen
Lufthansa hat sich begehrte Teile des insolventen Konkurrenten gesichert - mit Rückenwind vom Bund. Doch nun gibt es in der Regierung auch Erwartungen.
Air Berlin: Bund will mehr soziales Engagement der Lufthansa sehen
Wenn Tante Emma fehlt: Ladenmangel auch in Bayerns Innenstädten
Auch in Bayerns Städten fehlt immer häufiger der Laden um die Ecke, um sich schnell Butter oder Milch zu kaufen. Doch es könnte ein neues Geschäftsmodell geben.
Wenn Tante Emma fehlt: Ladenmangel auch in Bayerns Innenstädten

Kommentare