Bahn dringt auf Tarifverhandlungen

Berlin - Einen Tag vor einem neuerlichen Streik im Nahverkehr hat die Bahn die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nochmals aufgefordert, wieder Tarifverhandlungen aufzunehmen. Der GDL-Vorsitzende Manfred Schell solle seine Kur abbrechen und an den Verhandlungstisch zurückkehren, verlangte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale.

Schell hatte in einem Interview der Wochenzeitung "Die Zeit" die Bereitschaft erkennen lassen, Lohnsteigerungen über mehrere Jahre zu vereinbaren. "Jetzt lassen Sie Ihren Worten auch Taten folgen, kommen Sie an den Verhandlungstisch, Herr Schell, wir warten", sagte Suckale. Mehr Lohn für Lokführer über mehrere Jahre könne man sofort im Rahmen der Tarifverhandlungen zur Entgeltstruktur vereinbaren.

Außerdem könnten die Lokführer noch in diesem Jahr eine Einmalzahlung von 2000 Euro erhalten. "Einmalzahlung, zehn Prozent mehr Geld und ein eigener Tarifvertrag für Lokführer sind ein gutes Angebot. Darüber können wir sofort verhandeln."

Nach dem jüngsten Angebot der Bahn könnten Lokführer außer einer Sonderzahlung von 600 Euro in diesem Jahr zusätzlich 1400 Euro extra erhalten, indem ihnen bereits geleistete Überstunden ausbezahlt werden. Auf eine Einkommensverbesserung von zehn Prozent kämen sie durch zwei Stunden Mehrarbeit pro Woche.

Suckale bedauerte, dass der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky das Moderationsergebnis von Ende August "offenbar" verlassen habe. Anders sei es nicht zu erklären, dass er nun wieder einen Tarifvertrag für das gesamte Fahrpersonal fordere und nicht nur für die Lokführer. (dpa)

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