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Im Fernverkehr wird es nach Ankündigung der Bahn wegen fehlenden Zügen noch bis Mitte 2012 Probleme geben.

Bahn: Entspannung im Fernverkehr erst 2012 in Sicht

Berlin - Die Verwerfungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn wegen fehlender Züge werden sich voraussichtlich erst im kommenden Jahr legen. Verbessert werden soll bald auch die Wintertauglichkeit der Züge.

Ab Mitte 2012 entspanne sich die Fahrzeugsituation auf den Linien, auf denen ICE 3 eingesetzt werden, deutlich, sagte Deutsche-Bahn-Fernverkehrsvorstand Ulrich Homburg am Mittwoch in Berlin. Nach einer dauerhaften Lösung für eine deutlich verbesserte Wintertauglichkeit der Züge werde derzeit aber noch gesucht.

Der Fahrzeughersteller Siemens habe die vollständige Auslieferung der 15 neuen ICE 3 bis 2012 zugesagt. Davon würden zunächst auch die Züge im innerdeutschen Netz eingesetzt, die für grenzüberschreitende Verbindungen geplant waren. Sie ersetzten die Fahrzeuge, die wegen des Austauschs der Achsen ausfielen. Diese Wartung sei aller Voraussicht nach 2014 abgeschlossen - das sei auch der Zeitpunkt, für den die Inbetriebnahme der Auslandsverbindungen anstehe.

Ab Ende 2013 kämen dann 27 neue Doppelstockzüge hinzu, ab 2016 rolle die seit langem angekündigte ICx-Flotte, sagte Homburg. Der europäische Markt biete keine Alternativen. So finde sich derzeit europaweit kein Eisenbahnunternehmen, das Züge habe, die fernverkehrstauglich, in Deutschland zugelassen und einsetzbar seien.

Was die Wintertauglichkeit der Fahrzeuge betrifft, gebe es zwei Hauptprobleme: Schotterflug und Antriebsstörungen durch Erdschlüsse. Bei zwei ICE-Baureihen ziehe Feuchtigkeit in den Antriebsstrang, was Kurzzschlüsse und Antriebsverlust zur Folge habe. “Beide Themen sind dominant, und da muss eine Lösung her“, sagte Homburg. Allerdings müssten sich derzeit alle Verkehrsträger darauf einstellen, dass “wir es perspektivisch mit extremen Wetterverhältnissen zu tun haben“, sagte der Bahn-Vorstand weiter. “Sie werden sich nicht gegen alles schützen können, aber sie können zumindest versuchen, die Auswirkungen zu vermindern. Das ist unser Anspruch.“

Darüber hinaus verwies Homburg auf die Hersteller: In Verträgen sei festgehalten, dass die Züge die Winterverhältnisse aushalten müssten - so seien Temperaturbereiche festgelegt, in denen die Fahrzeuge einwandfrei funktionieren sollten. “Wir möchten mittlerweile aber auch wissen, ob das, was da gebaut wird, den Anschein erweckt, auch zu funktionieren.“ Sei das nicht der Fall, müssten die Hersteller zwar für die Reparatur aufkommen, den Ärger am Markt und mit der Politik habe aber der Konzern.

“Unsere Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen für Dinge, die wir eigentlich nicht übernehmen sollten, ist mittlerweile deutlich aufgebraucht“, sagte Homburg. “Wenn wir sagen würden, wir bestellen nur noch bei einem Lieferanten, wo wir zufrieden sind und uns richtig gut fühlen, dann könnten wir keinen einzigen Zug kaufen.“

dapd

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